Boavista Zebras mit 1:0 taktisch erlegt – Championsleague Spiel in der Allianz Arena – 2002
Am Di., 26. Februar 2002
Gemeinsam mit Martin Kühner besuche ich ein Spiel des FC Bayern München in der laufenden Championsleague Serie gegen Porto. Von den Brüdern Harry und Dick Lowe sowie von Arbeitern der Textilfabrik William Graham 1903 gegründet, musste der Boavista Futebol Clube 98 Jahre warten, bis er portugiesischer Champion wurde. 1999 hatten sich die «Zebras» als Meisterschaftszweite für die Champions League qualifiziert und waren in der Vorrunde ausgeschieden. Heuer schafften sie hinter Liverpool - beide Spiele endeten remis - den Einzug in die Zwischenrunde. International renommiertere Vereine wie Borussia Dortmund und Dinamo Kiew schieden dagegen aus. Überraschend ist dies insofern, als die professionelle Abteilung des Klubs aus dem gleichnamigen Stadtteil Portos nur zehn Millionen Euro budgetiert. Und jetzt steht der Besuch des Champions-League-Titelhalters Bayern München an. Die Kunst eines Familienbetriebs (João Loureiro hat seinen Vater Valentim vor fünf Jahren als Präsidenten abgelöst) besteht darin, Talente im Nachwuchsbereich zu fördern oder in Brasilien zu sichten und ihren Wert zu steigern. Zur ersten Kategorie gehören die internationalen Angreifer João Pinto und Nuno Gomes, die für jeweils acht Millionen Franken Ablöse zu Benfica wechselten. Inzwischen sind sie bei Sporting bzw. Fiorentina untergekommen. Beziehungen zur brasilianischen Szene bestehen seit Jahren und trugen hohe Transfereinnahmen (Jorge Andrade; Artur) ein. Das beste Geschäft haben die Loureiros allerdings mit dem holländischen Goalgetter Jimmy Hasselbaink gemacht. Preisgünstig wurde er aus Campo Maior zugezogen, Chelsea überwies zwei Jahre später zehn Millionen Euro. Die Einnahmen sind in den Ausbau des Bessa-Stadions und in verschiedenen Modalitäten dienende Infrastrukturen reinvestiert worden. Boavista habe zu viel Macht und setze diese manipulativ ein, argwöhnt die Konkurrenz. In der Tat stellt der kleine, feine Klub nicht nur den Liga-Vorsitzenden Valentim Loureiro, der Präsident des Schiedsrichterkomitees sowie der Sportminister kommen ebenfalls aus seinen Reihen. Verärgert sind die Grossklubs vor allem über die Referees. Ruppige, bisweilen brutale Einsätze der Equipe von Jaime Pacheco liessen sie durchgehen, heisst es. Selbstredend liegt die Vermutung nahe, aus der Schaltzentrale der Macht kämen die Anweisungen. Traditionell wird hitzig debattiert und viel spekuliert, werden Ordnung und Transparenz beschworen, doch in der Praxis haben die Szene-Player kein Interesse daran.





















































































































































































































































































































































































































































