Bike Trip auf gleichbleibend hohem Niveau – Über Bezzuglio zum Papiermühlental – 2023
Am Do., 6. April 2023
Zum Biken am Gardasee muss man eigentlich keine Worte mehr verlieren. Der Lago zählt zu den beliebtesten Mountainbike Revieren der Alpen. Dafür sorgt die traumhafte Landschaft ebenso wie das milde Klima und die gute Erreichbarkeit. Die Touren an sich sind aber oft hartes Brot. Viele Trails sind steinig und steil, verlangen daher oftmals kaltes Blut und eine solide Fahrtechnik. Man sollte sich auf steile und lange Anstiege gefasst machen. Der große Run auf den Gardasee stammt noch aus einer Zeit, als lange Anstiege schick und brauchbare Touren-Beschreibungen rar waren. Wo in den Ostalpen kann man sich schon von 65 Metern Seehöhe bis zu einem 2000 Meter höher gelegenen Gipfelkreuz hinaufschinden. Leichte Touren sind am Lago so rar wie feine Kieselsteine. Umso erstaunlicher, dass der Gardasee von Anfang an zu den absoluten Top-Bike-Revieren der Alpen gehörte. Und das schon zu einer Zeit, als das Fully noch in der Kinderfederung steckte. Schuld daran war ein gewisser Elmar Moser. Der Münchner brachte Anfang der 90er-Jahre die ersten wirklich brauchbaren Bikeguides heraus. Und wer bereits die exakten Touren-Beschreibungen aus den Moser-Guides Tegernsee und Karwendel zu schätzen wusste, der folgte auch dem Band 3 an den Gardasee. Dort dürften sich die Moser-Jünger allerdings nicht nur die Augen, sondern sicher auch bald die aufgeschlagenen Knie gerieben haben. Selbst die vermeintlich einfache Runde über den Monte Brione ließ viele Touren-Biker in den Abgrund des Schreckens blicken. Dennoch – oder gerade deswegen – hat sich der Gardasee in nur wenigen Jahren zum absoluten Trail-Mekka entwickelt. Eben solche Trails, wie der 601er ("Da Oan¬ser"), der im Moser-Guide mit sehr extrem und mit steilsten Geröllpassagen beschrieben ist, wurden schnell zur Messlatte unter ambitionierten Fahrern. Bis heute zählen diese Moser-Touren der ersten Stunde zu den absoluten Lago-Klassikern. Auch wenn die Trails dank moderner Fahrwerke und eBikes natürlich längst ihren Schrecken verloren haben.
Der Lago-Klassiker für Mountainbiker ist die Tour Tremalzo mit ca. 30 km Länge, 397 Höhenmetern und einem Schwierigkeitsgrad 3 von 5 Punkten. Eine dreiviertel Stunde dauert die Fahrt zum Rifugio Tremalzo hinauf. Dann kurbelt man zum berühmten Tremalzo-Tunnel hoch und rollt die grob geschotterten Militärstraßen-Kehren zum Passo Nota hinunter. Über den Passo Rocchetta zurück nach Riva. Ein landschaftliches Ereignis! So was habe ich zum Glück direkt vor unserer Haustür, denn durch unsere hervoragende Wohnlage in der Via Panoramica mit 180 Höhenmetern über dem See kann ich von zu Hause aus starten und bin bereits bei der Ausfahrt aus dem Grundstück mitten drin im Vergnügen. Meine bevorzugte Tagestour fordert mich auch nicht mit steilen Anstiegen und Abfahrten, sondern zieht sich auf gleichbleibender Höhe über Fasano Sopra via Bezzuglio bis zum Ende einer Privatstrasse, die oberhalb des Papiermühlentals endet. Eine lockere 15 km Tour durch eine herrliche Landschaft die mich nach einer Stunde wieder zu Hause sieht.
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Mit dabei waren
- Herbert Vogl, Simpert Hafenmeier, Mathias Gehrckens und Michael Kamm





















































































































































































































































































































































































































































