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Britische Kolonialzeit vom Feinsten – Techtextil und Exportbusiness in Indien – 2013

Von Sa., 2. März 2013 bis Fr., 8. März 2013

Anfang März tourte ich mit Matthias Maier - dem Werksleiter unseres Ploucquet Produktionsbetriebs in Zittau - für eine knappe Woche durch den stets wachsenden Textilmarkt Indien. Der deutsche Fachverband IVGT - die bedeutenste textile Interessenvertretung in Deutschlands für Textilhersteller (Spinner, Weber und Veredler) - hatte die Tour für interessierte Unternehmen unter den ca. 170 Mitgliedern geplant und organisiert. Wie immer ging es um die Bereiche textile Rohstoffe, Veredlung, Garne und Gewebe sowie Technische Textilen. Da war der Standort Indien natürlich von höchstem Interesse. Entspannt ging es für mich mit dem A380 der Emirates zunächst von München nach Dubai und von dort weiter nach Mumbai, wo ich Matthias Maier und den Rest der deutschen Delegation traf, die von Frankfurt mit der Lufthansa angereist waren. In der indischen Metropole besuchten wir als erstes den indischen Ableger der Messe Techtextil, eine international führende Fachmesse für technische Textilien und Vliesstoffe. Von der Forschung und Entwicklung über die verschiedenen Materialien, Produktion, Weiterverarbeitung bis hin zum Recycling zeigte die Techtextil im Mumbai Exhibition Centre das ganze Spektrum. Dann gings Richtung Norden in die Hauptstadt Indiens, nach Delhi. Mit über 16 Mio Einwohnern auch nicht gerade übersichtlich. Wir besuchten dort eine Reihe textiler Produktionsstätten, genauso wie in der weiteren Großstadt Ahmedabad, von wo aus bereits seit dem 15. Jahrhundert Textilien nach Europa exportiert werden. Unser letzter Stop war Rhajastan, das flächenmässig nur wenig kleiner als Deutschland ist. Die Küche dort ist ja bekanntlich sehr lecker - besonders unser Abschiedsdinner unter freiem Himmel - obwohl mein europäischer Magen nach einem vorherigen Zweitages Trip zu einem potentiellen Partner - im Jeep über Landstrassen - dann protestierte. Mein A380 Rückflug nach München war daher leider nicht so angenehm ... und ich machte in den kommenden Wochen einen großen Bogen um die indische Küche der einschlägigen Restaurants in München.

Mit dabei
  • Matthias Maier und Michael Kamm

Der Sunset in Mumbai hat schon was - aber auf klaren Himmel darf man nicht immer hoffen ...

Entspannter Flug im A380 der Emirates ... noch dazu ganz weit vorn. Da gibts nicht nur die neuesten Blockbuster im Bordkino, sondern auch noch ein Luxus Bad mit großer Dusche

Von hier aus lässt sich noch nicht erahnen in welches Wimmelbild wir nach der Überquerung der Brücke gleich in downtown Mumbai eintauchen werden

Die Poolanlagen der Hotels sind meistens eine Oase der Ruhe..

Mumbai - bis 1996 offiziell unter dem englischen Namen Bombay bekannt, das soviel heisst wie gute Bucht - zählt mit seinem Speckgürtel fast 30 Mio. Einwohner und ist eine der bevölkerungsreichsten Städte der Welt. Sie ist die wichtigste Hafenstadt des Landes und architektonisch geprägt von einer regionalen Variation des Historismus. Natürlich britisch inspiriert. Zahlreiche Gebäude-Ensembles stehen auf der Liste des UNESCO Weltkultur-Erbes. Der Smog, der über der Stadt liegt, ist fast greifbar. Zu den größten Umweltproblemen der Stadt gehören die unzureichenden Entsorgungsmassnahmen. Und wenn dann erst der Monsum kommt kann man sich vorstellen, was das heisst.

Innen jedoch eher vom Gigantismus geprägt. Die "Hanging Gardens" im Hotel Oberoi in ihren Anfängen

Warten auf den Piano-Spieler in einem der runtergekühlten Zwischengeschosse

... warten auch auf unseren neuen Beiratsvorsitzenden Thomas Babacan, mit dem ich mich in Indien für ein Meeting mit einem strategischen Partner traf

Zwischen Ziegen und Gemüse - das richtige indische Leben - so ganz non-airconditioned ... das alles in einem klappernden Jeep über ca. 500 km - hin und zurück auf der Landstrasse

Abschiedsdinner in einem Open Air Restaurant in Ahmedabad ... da muß unsere ganze Truppe was ziemlich Falsches erwischt haben, denn ohne Ausnahme kamen alle deutschen Teilnehmer mit wirklich ernsthaften Magen-Darm Problemen wieder in der Heimat an

Bedeutung gewann Ahmedabad auch durch Mahatma Gandhi, der sich 1915 nach seiner Rückkehr aus Südafrika hier niederließ. Von hier begann er 1930 seinen friedlichen Salzmarsch gegen die Britische Kolonialmacht, um gegen die Einführung einer Salzsteuer zu protestieren.

Hier lacht Matthias Maier noch ... daheim in Zittau war er - wie auch ich - für einige Tage völlig ausgeknockt

Ahmedabad verfügt im Stadtgebiet über ein gut ausgebautes Straßennetz. Aufgrund des mangelhaften Abwassersystems können in der Monsunzeit selbst wichtige Verkehrsknoten bis zu einem Meter tief unter Wasser stehen. Das Energiesystem ist aufgrund eines Kraftwerkes im Stadtgebiet relativ stabil. Stromausfälle passieren gelegentlich und können dann mehrere Stunden andauern. Die Wasserversorgung ist ein Problem für die Stadt. Das Wasser ist stark belastet und kann nur gefiltert als Trinkwasser verwendet werden, der Grundwasserspiegel fällt seit einigen Jahren bedenklich. Umweltverschmutzung durch Fette, Öle und Reinigungsmittel Die Wasserversorgung der Stadt ist nicht nachhaltig gesichert, so dass der Stadt ohne ein gutes Konzept für das Wassermanagement in einigen Jahren das Wasser ausgehen könnte. Umweltverschmutzung ist ein weiteres Problem der Stadt. Zurzeit produzieren die Bürger etwa 600 Gramm Müll pro Person und Tag, ein Müllentsorgungs- oder Recyclingsystem existiert nicht, die Luftverschmutzung erreicht kritische Werte und lag teilweise über dem Dreifachen des Grenzwertes für Staubpartikel.

Fehler entdeckt, Änderungen & Ergänzungen gewünscht sowie eigene Photos zur Vervollständigung verfügbar? Bitte gerne per Mail an Michael@Kamm.info.