Brüsseler Textilspitzen & EuroCoton Jubiläum – Besuch bei der ETP & Christian Ewert in Belgien – 2015
Im Juli lud die EuroCoton, die European Federation of Cotton and Allied Textiles Industries mit der ETP, der European Technology Platform, zu ihrer Jubiläumsveranstaltung nach Belgien ein. Als Vertreter der deutschen Textilindustrie fuhr ich nach Brüssel, wo der Verband Eurocoton 1958 gegründet wurde. Er repräsentiert die Interessen der europäischen Baumwoll- und verwandten Textilindustrie sowie der kompletten Textilproduktionsketten bei europäischen und internationalen Behörden - in enger Cooperation mit Euratex. Brüssel gilt übrigens nach Washington als Hauptstadt des Lobbyismus. Laut Schätzungen von Transparency International kämpfen rund um die EU-Institutionen mehr als 37.000 Lobbyist/-innen für ihre Interessen. Zwei Drittel davon sind Vertreter*Innen von Unternehmen, die jährlich einen Etat von satten 1,5 Mrd. Euro dafür bereitstellen. Die Chemieindustrie steht da an vorderster Front, gefolgt durch Google und Microsoft. Aber auch die Textilindustrie hat ihre Akteure und Interessensvertreter am Start. Eurocoton hatte das Stanhope Hotel für seine Jubiläumsveranstaltung ausgesucht. Ein wunderbares Luxushotel mit perfekter Lage zwischen dem Europaviertel und dem königlichen Palast. Tagsüber gab es einen interessanten Austausch zu den Herausforderungen der Textilbranche und abends diskutierten wir beim gesetzten Dinner weiter. Paul war auch mit dabei. Ich nutzte die Stipvisite in Brüssel, um auch meinem Freund Christian Ewert einen kurzen Besuch abzustatten. Mit seinem neuen Job in Brüssel rentierte sich für ihn auch der Erwerb eines netten Penthouses, wo wir uns noch auf einen späten Drink trafen. Schön, wenn die Freunde überall verstreut sind und man sich dadurch immer ein wenig zuhause fühlt.
- Michael & Paul Kamm, Christian Ewert
Der Präsident des in Brüssel ansässigen Verbands Eurocoton versucht sich an einer interessanten Rede, was jedoch leider nicht gelang
Entsprechende Skepsis und verschränkte Arme beim generell etwas steifen Jubiläumsdinner im Stanhope Hotel. Paul war da auch noch etwas unentschlossen..
Auch die Damen hatten wohl ihr Wortkontingent tagsüber verschleudert und schauen ein wenig erschöpft
Die Betten im Stanhope Hotel waren daher von magischer Anziehungskraft nach dem anstrengenden Tag
Nicht für mich, denn Christian Ewerts neue Penthouse Wohnung lockte und wir genossen noch ein paar gemeinsame Drinks
Wie wurde Brüssel zum EU-Hauptsitz? Laut Auskunft der EU-Pressestelle ist Brüssel in die Aufgabe als Haupt-Verwaltungszentrum der EU »hereingewachsen«. Als im Jahre 1957 die sechs Mitgliedsländer der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, Niederlande, Luxemburg) die Römer Verträge unterzeichneten, war der Hauptsitz noch nicht eindeutig festgelegt. Die verschiedenen Organe wurden auf Brüssel, Luxemburg und Straßburg verteilt. Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass keines der größeren Länder der EWG zum Zentrum gemacht werden könne - im Sinne einer Gleichberechtigung aller teilnehmenden Mitgliedsstaaten sollte die mögliche Vormachtstellung eines wirtschaftlich mächtigen Landes ausgeschlossen werden. Belgien hat sich im Laufe der Jahre immer wieder als Zentrum der EU angeboten, stellte Grund und Boden zur Verfügung und unterstützte das Vorhaben nach allen Kräften. Zudem galt Brüssel als günstigste Alternative im Vergleich zu den Konkurrenz-Städten: Zentrale Lage innerhalb der Gemeinschaft, sprachliche Vielfalt oder die gute Verkehrsanbindung sind nur einige der Vorteile der belgischen Hauptstadt. Erst im Amsterdamer Vertrag (1997) verteilte die inzwischen auf 15 Mitgliedsstaaten angewachsene EU ihre einzelnen Abteilungen auf die drei Orte Brüssel, Luxemburg und Straßburg endgültig fest. Brüssel gilt zwar als Hauptsitz der EU, aber auch die anderen beiden Städte beheimaten wichtige Organe: So sitzt z. B. seit Gründung der EWG der Europäische Gerichtshof nicht wie häufig angenommen in Brüssel, sondern nach wie vor in Luxemburg.
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