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Chefköchin im Frauenknast – Nouvelle Cuisine in der Charlottenburger Kantstrasse – 2022

Von Do., 15. September 2022 bis Fr., 16. September 2022

Nachdem ich Mitte September durch einen Sitzungstermin beim Gesamtverband Textil+Mode tagsüber bereits in Berlin war, vereinbarte ich für den Abend ein Treffen mit Larissa, Paul, Feli und Michael zu einem gemeinsamen Abendessen und blieb dadurch auch über Nacht in der Hauptstadt. Wie so oft wohne ich im Titanic in der Chausseestrasse, da ich von hier aus immer schnell am Bahnhof und beim Verband bin. Auch unsere Mutter kam zusammen mit Carolina für einige Tage aus München zum Sightseeing nach Berlin. Dadurch waren wir abends mit einer größeren Gruppe in Charlottenburg unterwegs. Larissa hat mit einer Reservierung im Restaurant Lovis eine besonders gute Adresse zum Abendessen ausgewählt, wobei das stylische Backsteingebäude ein ehemaliger Knast war und heute neben dem Restaurant auch noch ein hübsches Hotel beherbergt. Ins einstige Frauengefängnis an der Kantstraße sind dank geradliniger Architektur und Küchenchefin Sophia Rudolph Kunst und Genuss eingezogen. Eine schwere, dunkle Holztür, eine einzelne Klingel, sonst nichts. Dass sich am westlichen Ende der Kantstraße, kurz vor dem Lietzensee, das Restaurant „Lovis“ befindet, muss man wissen, um es zu finden. Auf Einlass wartend wandert der Blick eine helle Fassade mit Dreiecks- und Bogengiebeln über den Fenstern hinauf. Hinter der Tür dann leuchtet es hell und minimalistisch modern, gefolgt von einem dunklen Innenhof. Hier pausiert der freundliche Empfang für einen Moment auf dem Weg zum Tisch für eine kurze Einführung in die Besonderheiten des Ortes. Letzteres ist seit Ende des vergangenen Jahres die Wirkungsstätte von Sophia Rudolph. Die gebürtige Berlinerin wuchs teilweise in Frankreich auf und absolvierte ihre Ausbildung am renommierten Institut Paul Bocuse. Den „Koch des Jahrhunderts“ und seine Nouvelle Cuisine sowie Alain Ducasse, in dessen Restaurants „Le Louis XV“ in Monte Carlo sie später arbeitete, bezeichnet sie als ihre stärksten Einflüsse und Vorbilder. Von ihnen habe sie gelernt, das Produkt in den Mittelpunkt zu stellen und perfekt zu inszenieren. Zurück in Berlin war Sophia Rudolph viereinhalb Jahre lang Sous Chefin im „Rutz“ von Marco Müller, bevor sie Küchenchefin im „Panama“ an der Potsdamer Straße wurde. Wir haben ganz ausgezeichnet gegessen und uns alle wunderbar unterhalten und wurden im Rahmen unsere Gespräche auch darüber informiert, daß die kirchliche Trauung mit anschließendem Hochzeitsfest von Feli und Paul am 27. Mai des kommenden Jahres - und damit am Pfingstwochenende - am Prenzlauer Berg statt findet.

Mit dabei
  • Uta, Larissa, Carolina, Felicia, Paul und Michael Kamm sowie Pascal Gryczka, Herbert & Nina Vogl sowie Eva, David & Thomas Hellmann

Oma Uta mit Larissa - ihrer ersten Enkeltochter - und Felicia - ihrer ersten Enkelschwiegertochter im Restaurant Lovis in Berlin

Paul und Michele - weniger Haare als der Sohn hat der Vater nicht .... nur deutlich heller sind sie halt

Das zunächst frei stehende Gebäude wurde 1896 von den Architekten Adolf Bürckner und Eduard Fürstenau im Stil des Augsburger Barocks als Erweiterung für die Strafabteilung des Amtsgerichts Charlottenburg errichtet. Das Vorderhaus wurde als Schöffengericht genutzt, im Hof ein rot geziegelter Gefängnistrakt eingerichtet. Das Gefängnis war zwischen 1933 und 1945 mit Gegnern des NS-Regimes, ab 1939 ausschließlich mit Frauen belegt. Im Jahr 1985 wurde das Gefängnis geschlossen und das Haus als Archiv des Kammergerichtes genutzt.

Nach mehr als zehn Jahren Leerstand hat das Berliner Architekturbüro Grüntuch Ernst Architekten das Ensemble transformiert und das ehemalige Gericht unter dem Namen „Amtsalon“ zu einem Kunst-, und Kulturraum umgestaltet. Das einstige Gefängnis wurde zum Hotel „Wilmina“ mit 44 Zimmern und Suiten, einer Dachterrasse, Bibliothek, Bar und Spa sowie dem Restaurant „Lovis“.

Im Jahr 2019 wurde Sophia Rudolph bei den Berliner Meisterköchen zur Aufsteigerin des Jahres gewählt. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass sie das „Panama“ verlassen wird. Mehrere Lockdowns und viele Spekulationen später meldet sie sich nun mit dem „Lovis“ zurück.

Aktuell befindet sich das Restaurant noch in der Soft-Opening-Phase, eine feierliche Eröffnung ist für das Frühjahr geplant. Gut besucht ist das „Lovis“ an einem Freitagabend trotzdem. Ein Discovery Dinner kann derzeit gebucht werden, von dem man auf der Website zunächst weder Inhalt noch Preis erfährt. Der gute Ruf von Sophia Rudolph und sicher auch die Neugier auf den geschichtsträchtigen Ort scheint bei vielen Gästen allerdings für eine Reservierung auszureichen.

Tatsächlich beeindruckt das „Lovis“ schon, bevor das Amuse Bouche serviert wurde. Die Beklemmung durch Mauern und Historie wird architektonisch durch Spiegel, Offenheit und Grün gebrochen. Die klaren Linien des minimalistisch eingerichteten Gastraums werden im vorderen Bereich von einer Spiegelwand und einem großen Fenster zum bepflanzten Innenhof gesäumt. Im Hauptraum umrahmen nackte Backsteinmauern mit vergitterten Fenstern die langen, silberfarbenen Sofasitzreihen. Von der schwarzen Decke hängen unzählige, grün schimmernde Bocci-Leuchten herab und erzeugen den Eindruck eines Nachthimmels. Große, verglaste Torbögen geben den Blick nach außen frei.

Im „Lovis“ setzt Sophia Rudolph auf „Contemporary German Cuisine“ – zeitgenössische deutsche Küche –, ebenfalls mit saisonalen und regionalen Produkte von höchster Qualität. Beispielsweise Forelle von der Fischfarm „25 Teiche“ in Rottstock südwestlich von Berlin, die Sophia Rudolph konfiert mit Molke und Schnittlauch auf den Teller bringt. Hausgemacht ist das Sauerteigbrot, das zu Beginn mit Kräuterbutter gereicht wird. Gemeinsam haben alle Gerichte – von der Bunten Bete mit Blauschimmelkäse und Haselnuss über die gegrillte Iberico-Schulter mit Schmorzwiebel und BBQ-Glace bis zum Kürbis mit Popcorn und Marshmallow – die minimalistische Präsentation, die dem Fokus auf die Aromen der Zutaten entspricht.

Höhepunkte des aktuellen Menüs sind mit ihrem Umami-Überfluss und überraschenden Texturen der Gemüsedashi mit Buchweizen-Raviolo und sauren Pilzen sowie der Gruyère-Schaum mit Johannisbeermarmelade, der wahlweise von einem Speck- oder Parmesan-Crunch bedeckt wird. Zur Auswahl stehen ein Vier- oder Sechs-Gang-Menü (99/75 Euro) mit Fisch und Fleisch oder vegetarisch sowie deren Komponenten als À-la-carte-Option (Hauptgang ab 21 Euro). Die Weinkarte (Begleitung 60/40 Euro) ist europäisch ausgerichtet und ergänzt die Speisen mit einer Auswahl an Naturweinen, kleinen sowie etablierten Produzenten.

Beim familiären Sightseeing Programm des nächsten Tages war ich bereits nicht mehr von der Partie, sondern schon wieder auf dem Rückweg nach München

Unsere Mutter war seit vielen Jahren nicht mehr in Berlin zu Besuch gewesen und so erhielt sie das Berliner Mauer Komplett Programm

Auch Michael und Larissa klinkten sich in die Sightseeing Runde und besuchten auch noch den Markt ....

... wo Larissa mit Blumen beschenkt worden ist

Um die Zeit war ich schon fast wieder in München, nachdem ich mir einen Platz in einem der ersten ICE Sprinter am Morgen gebucht hatte

Ernsthafte Sportler unter uns meldeten sich - wie Pascal Gryczka - vom Golftraining an der französischen Atlantikküste ....

... oder wie Herbert Vogl aus der Nordirischen Heimat von Rory McIlroy

Die sonnenhungrigen Eva und Thomas Hellmann waren mit ihrem Sohn David auf Menorca

... und genossen ihre Bootstouren sowie das schöne Wasser

Eva und Thomas Hellmann haben sich ein schönes Haus auf Menorca gemietet und ab und zu auch ein Motorboot, mit dem die beiden um die Insel gefahren sind

Annette ist in ihrer neuen Vertriebsverantwortung bei Pomellato eingespannt und fühlt sich damit sichtbar wohl

Wir passen - damit auch die digitale Visitenkarte passt - ihre LinkedIn und XING Profile passend an

Am Wiesnstart Samstag bin ich morgens noch zu einem Mode- und Textil-Event bei Hartmann.Consultants eingeladen ...

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