Der Weg war das Ziel – Short Cut via Penser Joch & Sarntal – 2021
Auf einer Fahrt Mitte Oktober von München nach Gardone warnte uns das BMW Navigationssystem bereits seit München über eine durch mehrere einspurige Baustellen verursachte Verzögerung von 90 Minuten auf der A22 zwischen Sterzing und Bozen. Nachdem am Donnerstag der Vorwoche meine aus Bayern und Tirol an den Gardasee anreisenden Golf-Freunde bereits ebenfalls über Fahrtzeiten zwischen 7 und 8 Stunden berichteten, entschieden sich Annette und ich für eine kurvigere Alternativ Variante. So nutzten wir schon ab dem Brenner die Bundesstrasse, um den ersten Stau vor der Mautstelle zu umfahren und wählten dann ab Sterzing die herrliche Route über das Penser Joch durch das Sarntal bis nach Bozen, wo wir in Bozen Süd - unter Umgehung aller Staus und einem Zeitgewinn von 45 Minuten - wieder auf die Autobahn fuhren. Alternativ wäre auch eine Fahrt über den Jaufenpass via Meran nach Bozen möglich gewesen. Die Strecke über das Penser Joch mit 2.211 Meter Höhe war landschaftlich traumhaft und zudem menschenleer. Empfohlen wurde mir diese Abkürzung von Roland Startz ... einem sehr sympathischen Rechtsanwalt aus München, den ich durch Guido Happe bei meiner Schulung zum Aufsichtsrat / Beirat kennen gelernt habe
- Annette & Michael Kamm, Susanne Hoischen
Die Bergstraße über das Penser Joch verläuft in Nord-Süd-Richtung und verbindet das im Wipptal gelegene Sterzing mit der Stadt Bozen deutlich kurven- und aussichtsreicher als die der Eisack folgende Autobahn, die über Franzensfeste, Brixen und Klausen nach Bozen führt. Ermöglicht wurde die Route über das Penser Joch mit der Einweihung der Nordrampe im Jahr 1938, die durch das Penser Tal und das Sarntal führende Südrampe bestand damals schon länger. Beeindruckend ist auf dieser Strecke nicht nur dieser über die Straße ragende Felsen sondern die vielen herrlichen Ausblicke in das hochalpine Gelände
Vom im Wipptal auf 950 Höhenmetern liegenden Sterzing geht es in einer guten Viertelstunde hoch zum Penser Joch, wobei auf dieser Strecke 1.260 Höhenmeter auf bestens ausgebauter Straße überwunden werden.
Bei circa 1.800 Höhenmeter überschreitet man in unseren Breitengraden die Baumgrenze und es wird ziemlich übersichtlich ... auf dieser Höhe lag Mitte Oktober bereits Schnee am Strassenrand
Das Penser Joch mit der Alpenrosenhütte ist der höchste Punkt unseres Short Cuts, wobei der Pass bereits im November geschlossen wird. Er ist damit der am frühesten geschlossene Alpenpass unserer Region. Ab der Passhöhe geht es durch das wunderschöne Sarntal ständig bis Bozen bergab
Die Landstrassen-Strecke über die SS508 ist mit 5 Kilometer weniger ein "echter" Short Cut ... allerdings um einige Kurven sowie Auf- und Abfahrten reicher als die A22 ... im Normalfall dauert die Fahrt bestimmt 45 Minuten länger als auf der Europa Autobahn
Grandiose Landschaften aus dem Auto heraus mit dem Smart Phone photographiert
Die Pass-Straße ist hervorragend ausgebaut und war in weiten Strecken völlig neu asphaltiert
Es taten sich immer wieder spektakuläre Blicke aus unterschiedlichen Perspektiven auf
Es war nur ganz wenig Verkehr und so mussten wir nur dreimal seniore Genußfahrer überholen ... die ansässigen Lieferdienste waren sowieso flott unterwegs
Am Ende der Strecke geht es einmal der Länge nach durch Bozen, bevor wir an der Einfahrt Bozen Süd wieder zurück auf die Autobahn fuhren
Wir hatten durch unsere Baustellenumgehung so viel Zeit gespart, daß wir in Lugana noch zum Weinkauf nach Montonale fahren konnten, bevor wir uns mit Sanne - die ab Desenzano via Mailand nach Fuerteventura reiste - zur Auto- und Hundeübergabe trafen
Der von Gardone-Riviera aus nächst gelegene Bahnhof Desenzano bietet gute Verbindungen nach Mailand und Verona
Desenzano ist eine lebendige Metropole am südlichen Seeufer und mit ihren mehr als 20.000 Einwohnern die größte Stadt am Gardasee und weit weniger vom Tourismus dominiert als die Nachbarorte. Um den Hafen und in der Altstadt bezeugen wunderschön restaurierte Handelshäuser die lange Tradition Desenzanos als eines der wichtigsten Handelszentren Oberitaliens. An den vielen edlen Geschäften, dem großen Yachthafen und der eleganten Flaniermeile entlang des Sees zeigt sich der bis heute anhaltende Wohlstand der Stadt. Außerdem ist Desenzano Bischofssitz, Standort höherer Schulen sowie attraktiver Einkaufsort und hat mit seinen vielen Bars und Diskotheken ein buntes Nachtleben zu bieten. Die Lage an der Bahnstrecke Mailand – Venedig macht Desenzano zudem zu einem wichtigen Knotenpunkt für Bahnreisende.
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