Ethnische Konflikte zwischen Singhalesen und Tamilen – Turbulente Zeiten auf Sri Lanka – 1988
In der zweiten Novemberhälfte bin ich auf einem gut zwei Wochen langen Trip zu unserer Windsurfing Segel Produktionsgesellschaft in Sri Lanka. Nach wie vor ist Bürgerkrieg auf der Insel und die allermeisten Fluggesellschaften haben ihre Linienverbindungen von Europa nach Colombo eingestellt. Nur der staatliche Carrierer Air Lanka versucht den Flugverkehr auf die Insel mehr schlecht als recht aufrecht zu erhalten. Diesmal versuche ich es daher mit der Lufthansa von München via Frankfurt nach Neu-Delhi. Von dort aus geht es mit Air Lanka weiter zum internationalen Flughafen von Colombo in Katunayake bei Negombo. Dort ist auch unsere Produktionsgesellschaft ansässig. Der Bürgerkrieg in Sri Lanka war ein schrecklicher von 1983 bis 2009 dauernder bewaffneter Konflikt, in dem tamilische Separatisten, vor allem der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE), um Unabhängigkeit vom Inselstaat Sri Lanka kämpften. Die LTTE forderte, aus den tamilischen Siedlungsgebieten im Norden und Osten der ansonsten singhalesisch dominierten Insel einen unabhängigen Staat Tamil Eelam zu bilden. Der schwelende ethnische Konflikt zwischen Singhalesen und Tamilen mündete am 23. Juli 1983 in einen Bürgerkrieg. Nach über 25 Jahren endete der Bürgerkrieg am 18. Mai 2009 mit dem vollständigen militärischen Sieg der sri-lankischen Regierungstruppen über die LTTE. Die Zahl der Todesopfer während des Krieges zwischen 1983 und 2009 wird auf 80.000 bis 100.000 geschätzt. Die zwei größten Bevölkerungsgruppen in Sri Lanka sind die vorwiegend buddhistischen Singhalesen und die meist hinduistischen Tamilen. Über 2000 Jahre lang gab es teilweise parallel singhalesische und tamilische Königreiche auf der Insel. Diese bestanden entgegen der häufig vertretenen These einer Erbfeindschaft die meiste Zeit in friedlicher Koexistenz mit regem kulturellem Austausch. Relevant ist dabei die Tatsache, dass die beiden Gruppen unter kulturell-religiösen Aspekten nicht allzu weit voneinander entfernt sind: Zum einen enthält die singhalesische Volksreligion, die neben dem Buddhismus praktiziert wird, schon immer viele hinduistische Elemente; zum anderen gab es über Jahrhunderte auch in der tamilischen Bevölkerung große Anteile von Anhängern des Buddhismus. Auch in unserer Belegschaft gab es Tamilen und Singhalesen, die miteinander gut auskamen. In der Realität waren die radikalen Tamilien Gruppen jedoch für viele Anschläge verantwortlich. Es war daher besser, daß man Konflikten aus dem Weg ging. Daher unternahm ich während längerer Aufenthalte wie auch diesmal an den Wochenende auch immer Ausflüge ins mehrere Flugstunden entfernte Singapur.
- Susanne & Bruno Weidl, Michael Kamm
Neu-Delhi ist die Hauptstadt Indiens, Sitz der indischen Regierung, des Parlaments und der obersten Gerichte. Neu-Delhi ist ein relativ kleiner Teil der Megastadt Delhi, der mit 31,87 Millionen Einwohnern drittgrößten Metropolregion der Welt und verfügt innerhalb des Nationalen Hauptstadtterritoriums Delhi über eine eigene Kommunalverwaltung, die ein Gebiet mit rund 250.000 Einwohnern umfasst. Der Grundstein Neu-Delhis wurde während der Kolonialzeit am 15. Dezember 1911 südlich des damaligen Stadtzentrums Shahjahanabad gelegt, um Kalkutta als Hauptstadt Britisch-Indiens abzulösen. Auf dieser Reise war es mein erstes Stop-Over Ziel vor meiner Weiterreise nach Colombo
Im Rahmen meines Aufenthalts flog ich auch diesmal am Wochenende von Colombo aus mit einem Nachtflug ins ca. 3.000 Kilometer entfernte Singapur. Meine Trips zu den hier lebenden Freunden Susanne und Bruno Weidl verband ich gerne mit einem Besuch auf den Street Food Märkten
Der Krieg in Sri Lanka zog sich über viele Jahre hin und kostete weit mehr als 100.000 Menschen den Tod
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