Pitti Uomo – Herrenmode Messe in Florenz – 2015
Florenz ist "in Mode". Zur Pitti Uomo, der wichtigsten Herrenmodemesse der Welt, kommen in diesen Tagen Zehntausende in die Stadt am Arno. In der Heimatstadt von Ferragamo und Gucci wird die neue Herrenmode gezeigt. Da muss man natürlich dabei sein und so bin ich sowohl mit einem Ploucquet Team für Futterstoffe wie auch einem kleinen Sympatex Team für Funktionsmaterialien bei Kundenbesuchen. Zudem treffe ich mich mit Leo Giovacchini - meinem ehemaligen Kollegen und langjährigen italienischen Geschäftsführer von Etienne Aigner zum Abendessen. Selten findet man auf einem Platz so viel chic angezogene Herren wie auf der Pitti. Auch ich lasse mich daher gerne von den neuesten Trends der Modewelt inspirieren. Und von den pulsierenden Vibes der wunderschönen Stadt, die jetzt im Ausnahmezustand ist. Außer den üblichen Zehntausenden Touristen sind in dieser Woche auch noch mehr als 30.000 Modemenschen gekommen.
- Michael Kamm, Haymo Strubel, Kay Heldsdörfer, Leo Giovacchini, Tom Whidden, Leopoldo Poppi
Florenz, die Medici -Stadt. Bis in die achtziger Jahre hinein war Florenz die italienische Hauptstadt der Herrenmode – hier fanden zum Beispiel die ersten Schauen von Gianni Versace statt. Dann übernahm Mailand dank aufstrebender Designermarken von Armani bis Zegna die Leader Position. Nun sind Männer-Schauen von Givenchy, Ferragamo oder Marco de Vincenzo wieder in Florenz zu sehen. Und Mailand verliert an Glanz: Gucci baut die Männer im Zeichen von „gender fluidity“ in die Damen-Schauen ein, und Prada geht zur Abwechslung sogar nach Schanghai.
Die Fahrt in die wunderschöne Stadt Florenz - Hauptstadt der Toscana - und in diesen Tagen auch der Männermode weltweit geht natürlich bei der Reise mit dem Auto von München aus auf keinen Fall ohne eine Stippvisite am Gardasee, der sich hier mit dem Blick oberhalb von Torbole in den Süden im Abendlicht präsentiert.
Unfassbar prächtig. Die bedeutenste Kathedrale von Florenz - Kathedrale von Santa Maria del Fiore - befindet sich auf der Piazza del Duomo in Florenz und umfasst die riesige Kuppel von Brunelleschi, den hohen Glockenturm von Giotto und bildet zusammen mit dem angrenzenden Baptisterium die typische Stadtsilhouette. Mit dem Bau des Florentiner Doms wurde 1296, mehr als zwei Jahrhunderte nach den Kathedralen in Pisa und Lucca, begonnen. Die Errichtung dieses majestätischen Bauwerks dauerte 72 Jahre und wurde 1368 unter der Planung von Arnolfo di Cambio fertiggestellt, der sein vollendetes Werk noch selbst sehen konnte.
Mit kanadischen Schuhkunden beim Abendessen im Ristorante Fuor d´Acqua. Auch ein Abendessen in Florenz kann ein Kunstwerk sein. Nur mit wesentlich kürzerer Lebensdauer.
Immer wieder eine Freude, meine italienischen Kollegen Leo Giovacchini - ehemals der Geschäftsführer von Etienne Aigner in Italien - zu treffen.
Meine ehemals eigene Firma North Sails war auch als Sportswear Aussteller präsent und ist in diesem Messejahr von Leopoldo Poppi an die britischen Investoren "Oakley Capital" verkauft worden. Auf der Pitti habe ich Tom Whidden und Leopoldo Poppi - die beiden CEOs und ehemaligen Miteigentümer - getroffen.
Es ist Messe ... die Mode Fuzzis sind da ... und wieder ist die Stadt lahmgelegt. Denn vom Messegelände in der Fortezza di Basso strömen die Einkäufer der Läden und Kaufhäuser, die Fachjournalisten und die Mitarbeiter der weit mehr als 1000 Aussteller am Nachmittag zu Geschäftseröffnungen, Ausstellungen, Empfängen und Abendessen ins historische Zentrum. Da können sie dann in drangvoller Enge über die positiven Trends reden: Im Frühjahr und Sommer 2016 wird man viele Jeans, große Kragen, bunte Einstecktücher, unzählige Slipper und Hosen mit bequemer Weite sehen. Der wichtigste Trend aber: Die Zahlen werden besser. „Wir sind optimistisch, dass wir die guten geschäftlichen Vorlagen noch übertreffen werden“, sagt Raffaello Napoleone, Chef des Pitti Uomo, der wichtigsten Herrenmodemesse der Welt.
Wenn neben all der Mode noch ein wenig Zeit bleibt, dann wäre sie bestens investiert in einen Stadtrundgang. Denn das Florentiner Stadtzentrum ist relativ klein und einfach zu Fuß zu erreichen. In der Nähe der Basilika von Santa Maria del Fiore gibt es verschiedene Sehenswürdigkeiten, die vom kulturellen und künstlerischen Leben der Stadt Zeugnis ablegen und die man besuchen kann. Zu diesen Sehenswürdigkeiten gehört auch die Piazza della Signoria, die das Zentrum der bürgerlichen Macht der Stadt ist. Hier befindet sich auch der Palazzo Vecchio. Schaut man von vorne auf diesen mächtigen Bau, so sieht man rechts davon die Galerie der Uffizien mit Gemälden wie die Geburt der Venus von Botticelli oder die Anbetung der Könige aus dem Morgenland von Leonardo da Vinci. Diese Kunstgalerie ist der meistbesuchte Ort von Florenz. Von hier aus gelangt man zum Ponte Vecchio mit seinen Häusern und Läden, die zu den bekanntesten Brücken der Welt zählt. Sie ist außerdem die älteste Steinbrücke Europas.
Fehler entdeckt, Änderungen & Ergänzungen gewünscht sowie eigene Photos zur Vervollständigung verfügbar? Bitte gerne per Mail an Michael@Kamm.info.