Zentrum der russischen Macht – von der TechTextil Messe zum Kreml – 2014
Meistens sieht man uns nicht. Aber wir stecken dahinter! Das war unser wohldurchdachter Claim für die Company Ploucquet, die perfekte Lösungen zur Funktionalisierung von Textilien lieferte. Um unser Angebotsportfolio, speziell für industrielle Anwendungen, auch im russischen Markt zu etablieren, ging es mit unserem Vertriebsleiter TechTextil Patrice Morin Mitte März in die russische Machtmetropole nach Moskau. Dort nahmen wir erstmalig an der dortigen Messe Techtextil teil, die uns den Zugang zu einem Riesen Markt erleichtern sollte. Die Techtextil ist eine internationale Fachmesse für technische Textilien, Vliesstoffe und Schutzbekleidung und für Branchenvertreter eine ausgezeichnete Gelegenheit, um ihre Produkte und Technologien einem fachkundigen Publikum vorzustellen. Das hatten auch wir im IEC Exhbition Centre vor, auch wenn die Messe trotz ihrer Grösse nicht mit deutschem bzw. internationalem Standard mithalten konnte. Die Kundenfrequenz war mehr als übersichtlich - wir hatten uns mehr erhofft. Unsere Mitbewerber waren auch alle mit kleinen Infoständen vertreten und obwohl wir im immerwährenden Konkurrenzkampf standen, sind wir uns alle sehr kollegial begegnet.
- Patrice Morin und Michael Kamm
Patrice Morin im konzentrierten Gespräch, gerne auch trilingual in deutsch, englisch und französisch
Unsere "intelligent textile solutions" - sehr erklärungsbedürftig und gar nicht so einfach zu visualisieren
Im modernen Geschäftszentrum Moskaus am Fluß Moskwa ist nicht nur das höchste Gebäude Europas, sondern auch das Messegelände angesiedelt, in dem wir bei der TechTextil zu Gast waren
Das Warenhaus GUM befindet sich am westlichen Rand des alten Geschäftsviertels Kitai-Gorod im Zentralen Verwaltungsbezirk Moskaus, unmittelbar im historischen Kern der Stadt. Das Gebäude des Warenhauses nimmt ein annähernd rechteckiges Areal zwischen dem Roten Platz, der Nikolskaja-Straße, der Wetoschny-Gasse und der Iljinka-Straße ein und verfügt über zehn Eingänge an allen vier Seiten des Gebäudes.
In unmittelbarer Nähe des GUM befinden sich unter anderem die Basilius-Kathedrale, die Metro-Station Ploschtschad Rewoljuzii sowie die Moskworezki-Brücke über die Moskwa. Der 250 Meter lange und 88 Meter breite Innenraum des Gebäudes beherbergt auf drei Etagen rund 200 separate, unterschiedlich große Ladenlokale entlang dreier glasbedachter Längspassagen sowie der über ihnen beidseitig gelegenen, durch Brücken miteinander verbundenen Galerien in den beiden Obergeschossen. Von der Funktionsweise her ist das GUM daher kein typisches Warenhaus mehr, sondern vielmehr ein Einkaufszentrum. Dennoch wird es auch heute noch üblicherweise Warenhaus genannt, da sich diese Bezeichnung seit den Sowjetzeiten, wo der Handel einheitlich in staatlicher Hand war, fest eingebürgert hat. Die durchschnittliche Besucherzahl beläuft sich gegenwärtig auf etwa 30.000 Kunden täglich.
Nach dem Messetag hatten wir noch Zeit und Muse ein wenig die Stadt anzusehen. Unmittelbar im historischen Kern am Roten Platz und gegenüber dem Lenin Mausoleum befindet sich das No. 1 Department Store Moskaus GUM. Das mit 75.000 m2 grösste Warenhaus Europas ist heute vollgestopft mit sämtlichen westlichen Begehrlichkeiten. Von Mangel kann hier keine Rede mehr sein. Während der für sozialistische Staaten typische Warenmangel noch bis Anfang der 1990er-Jahre dafür sorgte, dass in gewöhnlichen Läden, nur ein äußerst dürftiges Angebot an Konsumgütern vorzufinden war, existierte im GUM zur gleichen Zeit eine geheime, für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Abteilung, in der sich hochrangige Staatsbedienstete und ihre Angehörigen mit hochwertiger, teilweise aus dem Westen importierter Kleidung und anderen sogenannten Defizitwaren versorgen konnten. Sitzt man an den Hebeln der Macht hat man eben immer Interpretationsspielraum.
Der Kreml - das bekannteste Gebäudeensemble der 12,5 Millionen Hauptstadt - ist immer wieder ein schaurig schöner Anblick. Die dicken Mauern flüstern förmlich MACHT.
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