Um Ihre Website-Nutzung zu optimieren, verwenden wir Cookies. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie diese Website weiter nutzen. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung für weitere Informationen.

OK

Kandinsky, Münter & Ödön von Horváth – Geburtstag am Dünaberg in Murnau – 1995

Am Fr., 9. Juni 1995

Es ist Anfang Juni und Paul wird bereits vier Jahre alt. Unglaublich, wie schnell das Jahr wieder vergangen ist. Auf dem morgenlichen Frühstückstisch stehen erst einmal Geschenke und am Nachmittag hat sich Paul einige Freunde aus der Nachbarschaft und aus seiner Kindergarten Gruppe eingeladen. Dann gibt es für Paul und seine Gäste noch Essen und Getränke. Zu einem Kindergeburtstag gehört natürlich auch ein Geburtstagskuchen. Auf ihm befinden sich Kerzen, die das Alter des Geburtstagskindes angeben und die das Kind beim Feiern ausblasen muss. Wir leben damals in unserem Haus in der Christoph-Probst-Straße am Dünaberg im wundervollen Murnau, was von Paul und seiner zwei Jahre älteren Schwester Larissa sehr geschätzt wird.

Mit dabei
  • Paul & Larissa Kamm, Carolina & Michael Kamm, Freunde von Paul wie zum Beispiel Cathy Stoer und Stephan Schlögel

Die noch verpackten große Geschenkkartons liegen auf dem Frühstückstisch .... gleich werden wir sehen, ob Wünsche und Geschmack von Paul getroffen worden sind

Neben den Geschenken steht auch der erste Kuchen schon auf dem Tisch

So langsam reicht es mit dem Photographieren ... ich will jetzt wissen, was drin ist

Vater und Sohn noch im Bademantel und Schlafanzug und zu diesem Zeitpunkt ist nicht klar, ob das Kind wirklich älter werden will

Die Verpackung ist weg ... und das Lego Spiel entdeckt ... jetzt muss es nur noch einer zusammen bauen

Zwischenzeitlich probieren Larissa und Paul eine neue Mütze aus ... die Paul noch zwei Nummern zu groß ist

Szenenwechsel zum Nachmittag in neuem Outfit ... Paul bedankt sich bei seinen Gästen für ihr freundliches Erscheinen mit einer fulminanten Rede

Die Party ist essenstechnisch in vollem Gange .... die drei Jungs sitzen vorn und die drei Mädels hinten

Und die vier Kerzen auf dem Kuchen werden ordnungsgemäß vom Jubilar ausgeblasen

Murnau: Wo der Lindwurm haust... Sie kennen Murnau? Das Schlossmuseum und Münterhaus? Doch kennen Sie auch den Dünaberg mit dem „Fenster zum Moos“, den Königsweg oder den Pavillon von Ehrenbürger James Loeb? All diese und noch mehr kulturell interessante Ecken und Winkel durchstreift unser Rundweg im Westen der Marktgemeinde. Zu Beginn steigt man hinunter zum Staffelsee. Bald informiert eine Tafel am neu eingerichteten „Königsweg“ über das „Stahlbad“. Das mondäne Kurhaus und Heilbad mit dem legendären „Eisenwasser“ hatte ab 1879 viele wohlhabende Gäste nach Murnau gelockt. Fast 100 Höhenmeter geht es dann steil bergauf auf den Molasserücken, der Murnau mit Bad Kohlgrub verbindet. Oben angekommen empfängt einen der Pavillon für James Loeb. Der in New York geborene Bankier und Kunstsammler war 1906 nach München und später nach Murnau gekommen. Dort ließ er sich auf seinem Landsitz in Hochried nieder – heute eine Rehaklinik für Kinder. Schon zu Lebzeiten spendete Loeb großzügig für soziale Einrichtungen. Vom Pavillon aus geht es den Molasserücken wieder hinab. In einer Waldschlucht passiert man den Drachenstich. An dem kleinen Wasserfall soll einst der grüne Lindwurm gehaust haben, der noch heute das Murnauer Wappen ziert. Der Weiterweg führt überm Murnauer Moos dahin. Ein Abstecher lockt hinunter zum „Ähndl“. Das St.- Georgs-Kirchlein vor der Kulisse von Moos und Alpen ist ein tolles Fotomotiv. Doch das „Ähndl“ ist angesichts seiner langen Historie auch ein kulturelles Schatzkästchen, seine Glocke soll eine der ältesten in Europa sein. „Ähndl“ heißt auch das direkt benachbarte Gasthaus. Beliebt ist vor allem der herrliche Biergarten – sofern Petrus endlich Gnade walten lässt. Die „Bergtour“ führt nun wieder hinauf auf Murnaus Molasserücken. Die Kottmüllerallee bringt einen direkt zum Münterhaus. Wer zuvor aber noch höher hinauf will, kann der Variante über den Dünaberg folgen. Vor rund 80 Jahren stand dort die Fürst-Alm und der Schriftsteller Ödön von Horváth rühmte den „schönsten Punkt am nördlichen Rande der bayerischen Alpen, den man mit Kraftfahrzeugen erreichen kann“. Das damals beliebte Café ist in den 1960er-Jahren leider verschwunden, dafür steht auf der Anhöhe heute ein Holzfenster mit Informationen übers Murnauer Moos. Wer das Fenster öffnet, genießt einen konzentrierten Blick über das brettebene Moor auf die Alpenkette – im Zentrum Estergebirge, Wetterstein und Ammergebirge. Am Münterhaus trifft die Variante wieder den Hauptweg. Oberhalb der liebevoll hergerichteten Künstlervilla demonstrieren zwei Tafeln ihre kulturelle Bedeutung. Gabriele Münter und Wassily Kandinsky hatten von hier aus 1911 den Murnauer Ort gemalt. Während Kandinsky die Häuser und Kirche in die zunehmende Abstraktion eintauchte – der Beginn der modernen Malerei –, blieb Münter originalgetreu und doch verliebt in die einfachen Flächen und Farben. Am Ende des Kurparks oder in der Murnauer Fußgängerzone warten dann die Eiscafés auf Besucher – hoffentlich bald in wärmender Frühlingssonne...

Fehler entdeckt, Änderungen & Ergänzungen gewünscht sowie eigene Photos zur Vervollständigung verfügbar? Bitte gerne per Mail an Michael@Kamm.info.