Kelchstützen am Stuttgarter Hauptbahnhof – Zollabwicklung an der „europäischen“ Außengrenze in Lindau – 2021
Mitte Dezember hatte ich einen beruflichen Termin in der Innenstadt der schwäbischen Hauptstadt, zu dem ich mit dem ICE aus München anreiste. Vor meiner Rückfahrt hatte ich etwas Zeit, das Museum zum gewaltigen Bauprojekt Stuttgart 21 anzusehen. S21 ist ein Verkehrs- und Städtebauprojekt zur Neuordnung des Eisenbahnknotens Stuttgart. Im Rahmen des Projekts entstehen elf neue, überwiegend unterirdische Strecken mit insgesamt 57 km Länge sowie vier neue Personenverkehrsstationen, darunter ein neuer Hauptbahnhof. Die frei werdenden Gleisflächen in Stuttgart sollen zur Stadtentwicklung genutzt werden. Das Projekt wurde 1994 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, wobei die Bauarbeiten erst am 2. Februar 2010 begannen. Die zunächst für Dezember 2019 geplante Fertigstellung des Projekts wurde mehrfach verschoben. Inzwischen soll die Eröffnung des Hauptbahnhofs im Dezember 2025 erfolgen, andere Projektteile werden später folgen. Die offiziellen Kostenschätzungen sind seit der Projektvorstellung 1995 mehrfach gestiegen: Von ursprünglich 2,5 Milliarden Euro über 4,1 Milliarden Euro bei Baubeginn 2010 auf 8,2 Milliarden Euro im Januar 2018. Außenstehende wie der Bundesrechnungshof halten Kosten von bis zu knapp 10 Milliarden Euro für möglich. Trotz weitgehender Einigkeit der verschiedenen Interessengruppen über die Notwendigkeit einer Modernisierung des Stuttgarter Bahnknotens wurde das Projekt Stuttgart 21 in vielfacher Hinsicht kritiisch gesehen. Ein Polizeieinsatz am 30. September 2010 mit einigen hundert teils schwer Verletzten war sehr umstritten und musste im Rahmen einer Schlichtung aufgearbeitet werden. Dennoch wurde im Rahmen einer Volksabstimmung ein Ausstieg des Landes Baden-Württemberg aus dem Projekt Ende 2011 abgelehnt.
- Michael Kamm und Luca Dürr
Der Durchgangsbahnhof ist im Vergleich zum jetzigen Kopfbahnhof um 90 Grad gedreht und tiefer gelegt. Der historische Bonatzbau mit seinem stadtbildprägendem Empfangsgebäude, dem Turm, den Schalterhallen und dem Arkadengang bleibt das Entree der neuen Verkehrsstation.
Aus dem Stuttgarter Kopfbahnhof wird ein um 90 Grad gedrehter und tiefer gelegter Durchgangsbahnhof mit acht Gleisen. Mit nur halb so vielen Gleisen können hier künftig deutlich mehr Züge ein- und ausfahren als bisher.
Mit seinen Lichtaugen, die die Bahnhofshalle mit Tageslicht versorgen, kann der Durchgangsbahnhof zu einer neuen Visitenkarte für die Stadt werden.
Eine weitere Besonderheit: Das Bahnhofsdach ist begehbar. Es bildet den neuen Straßburger Platz, der direkt an den Schlossgarten anschließt.
Der neue Stuttgarter Durchgangsbahnhof kann das wachsende Fahrgastaufkommen bewältigen und schnelle, komfortable Verbindungen im regionalen und überregionalen Zugverkehr gewährleisten.
Treffpunkt Zukunft – Entdecken Sie eines der spektakulärsten Bauprojekte Europas im InfoTurmStuttgart, denn es ist weit mehr als nur ein neuer Bahnhof: Die Ausstellung im InfoTurmStuttgart – kurz „ITS“ – macht das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm mit seinen vier Bahnhöfen und rund 120 Kilometer Strecke sowie den damit verbundenen Zukunftsthemen begreif- und erlebbar. Das Projekt eröffnet jede Menge Chancen für die Stadt, die Region, das Land und für ganz Deutschland ...
Am 14. Dezember unternahm ich noch einen weiteren Ausflug mit Ettes BMW und meiner Triumph Bobber Black im Anhänger von München zum Hauptzollamt in Lindau-Hörbranz
Hier wollte ich mein Motorrad als Übersiedlungsgut von der Schweiz nach München an der Außengrenze der EU ordentlich verzollen, um dadurch eine Unbedenklichkeitserklärung für die spätere Anmeldung in Deutschland zu erhalten. Das war nicht ganz so einfach, da Lindau faktisch keine europäische Außengrenzstation zur Schweiz darstellt, da ja das ebenfalls europäische Österreich noch zwischen Bayern und Appenzell bzw. dem Kanton St. Gallen liegt. Am Ende hat es durch die Unterstützung des Harley-Davidson begeisterten Zollamtsleiter doch noch geklappt und ich konnte die Aufgabe als erledigt abhaken.
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