Konfirmationsstadt mit Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung – Problematisches Footwear Business bei Rhode in Schwalmstadt – 2010
Zwischen Weihnachten und Silvester sehe ich mich in meiner Funktion als Sympatex Geschäftsführer veranlasst gemeinsam mit unserer Footwear Chefin Monica Billes einen Besuch bei einem angeschlagenen, jedoch dennoch wichtigen Kunden im Norden Hessens einzuplanen. So fahre ich mit Moni in meinem Audi am frühen Morgen von München aus ins wenig beeindruckende Schwalmstadt, was zwischen Kassel und Marburg im Herzen Nordhessens liegt. Die Rohde Shoes GmbH - früher Erich Rohde GmbH - ist ein deutscher Schuhhersteller mit Sitz in dieser Stadt im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen. Als Rohde Gruppe ist sie international tätig und besonders im mitteleuropäischen Raum aktiv. Mit über 4 Mio. verkauften Paar Schuhen pro Jahr zählt Rohde zu den führenden Schuhherstellern Europas - und das mit langer Tradition. Seit 60 Jahren entwickelt, produziert und vertreibt Rohde Damen-, Herren- und Kinderschuhe, die aus Deutschlands Mitte in Schwalmstadt in 18 Länder geliefert werden. Bereits 1862 erfolgte die Gründung der Gerberei Rohde in Guben (Brandenburg). 1926 übernahm Firmengründer Erich Rohde die aus dieser Gerberei hervorgegangene Schuhfabrik. 1939 erhielt die Gubener Hausschuhfabrik Erich Rohde das Gaudiplom für hervorragende Leistungen. Durch den Zweiten Weltkrieg hatte Rohde zwei Schuhfabriken verloren. In 1947 verwendete Rohde Reststoffe zur Schuhherstellung – den Schaft bestand aus alten Wehrmachtsuniformen, das Obermaterial aus Feldbettenstoff und die Sohlen aus Autoreifen. Die Erich Rohde GmbH beschäftigte noch 2009 durchschnittlich 300 Mitarbeiter und erzielte in diesem Jahr einen Umsatz von 59,7 Millionen Euro. Zudem beschäftigte die Gruppe weitere 97 Mitarbeiter in fünf europäischen und einem kanadischen Tochterunternehmen. Für 2009 gab sie einen Umsatz von 68,2 Millionen Euro an, was den Umsatz der GmbH mit einschließt. Danach ging es ziemlich bergab ... das Unternehmen wurde von Finanzinvestoren übernommen, die Kosten drastisch reduziert und viele Mitarbeiter entlassen. Die Stimmung vor Ort war bei unserem Besuch entsprechend mies und auch wir mussten mit Sympatex als Lieferant die Spielregeln verschärfen, um nicht Gefahr zu laufen im Falle einer Insolvenz - die dann schneller kam als uns lieb war - Geld zu verliefern. Das ist in den Weihnachtsfeiertagen kein sonderlich schönes Thema gewesen.
- Monica Billes, Dr. Stephan Harmening, Pierre Heurich, Michael Kamm
Ein hochmodernes Kreativzentrum, High-Tech-Produktionsanlagen für eine länderübergreifende Fertigungssteuerung und ein Hochregallager mit Kapazität für 500.000 Paar Schuhe sollten eigentlich eine schnelle Reaktion auf aktuelle Marktentwicklungen ermöglichen. Das hat leider nicht geklappt ... die Firma wurde insolvent und die Produktion wurde ins ziemlich schräge Transnistrien - einem international nicht anerkannten De-facto-Regime an der moldauisch-ukrainischen Grenze - verlegt.
Fehler entdeckt, Änderungen & Ergänzungen gewünscht sowie eigene Photos zur Vervollständigung verfügbar? Bitte gerne per Mail an Michael@Kamm.info.