Leonhardi Ritt – Mit Rössern von Murnau nach Froschhausen – 1994
Es ist Leonardi Sonntag - und alles ist auf den Beinen in Murnau und Umgebung. Jedes Jahr am 6. November werden die Pferde geschmückt und die Wägen der Blaskapellen, Ministranten, Schützen- und Trachtenvereine mit Blumen und christlichen Motiven verziert. Und all das für die traditionelle Pferde-Wallfahrt, der Leonhardifahrt von Murnau a. Staffelsee nach Froschhausen. Es ist wohl eine der traditionsreichsten und eindrucksvollsten Wallfahrten im Oberland. Über 300 festlich geschmückte Pferde, 65 Festwägen und acht Kutschen bilden einen bunten Zug. Die Mitglieder der Vereine haben ihr Festtagsgewand angelegt und reihen sich in die Prozession, ebenso die Rösser des Bayerischen Haupt- und Landgestüts Schwaiganger. Ihr Ziel ist die Rokoko-Kirche St. Leonhard im Ortsteil Froschhausen. Dort segnet der Geistliche die Pferde, bevor sich unweit davon Ross und Reiter zur abschließenden Feldmesse für St. Leonhard versammeln. Der Heilige, der sich ursprünglich nur für Gefangene einsetzte, wurde schon bald zum Schutzpatron von um Hilfe Bittenden sowie Ochse, Kuh und Pferd. Dies bezeugen auch Votivbilder der Kapelle St. Leonhard in Froschhausen. Unsere Freunde, die Familie Vogl wollen sich das Spektakel nicht entgehen lassen und kommt mit ihren Kids zu Besuch. Ein schönes gemeinsames Mittagessen und viele Pferde begeistern Groß und Klein.
- Nina, Christina, Patrick & Herbert Vogl, Carolina, Larissa, Paul & Michael Kamm
Larissa hoch zu Pferd. Was kann es in diesem Alter für Mädchen schöneres geben?
Paul hat sich einen guten Platz ergattert, ihm entgeht nichts vom munteren Treiben.
Nina ist ebenfalls sehr beeindruckt von der Fülle und dem Aufgebot von Mensch und Tier.
Die Kinder sind doch etwas eingeschüchert und suchen an Papas Hand Zuflucht.
Herbert ganz souverän.
Carolina fühlt sich hier ganz in ihrem Element.
Der kleine Paul bekommt großzügig eine Extraportion Geschwisterliebe.
Larissa strahlt glücklich, ihre große Augen funkeln.
Gleich darf sie wieder reiten.
Der Leonhardiverein, die Trachten-, Musik- und Schützenvereine von Murnau und Umgebung reihen sich mit ihren farbigen Trachten in die Pferdeprozession ein, ebenso die Rassepferde des bayerischen Haupt- und Landgestüts Schwaiganger. Eine bessere Kulisse als die beflaggten, denkmalgeschützten Bürgerhäuser der Fußgängerzone und die hügelige Berg- und Seenlandschaft vor dem Alpenpanorama ist kaum vorstellbar.
Über Zuschauermangel kann man sich hier in Murnau nicht beklagen.
Endlich! Was kann's Schöneres geben?
Na, Herbert wüsste da schon noch was...
Endpunkt der Leonhardifahrt ist die Rokokokirche St. Leonhard im Ortsteil Froschhausen. Dort segnet der Ortsgeistliche die Pferde, bevor sich unweit davon Ross und Reiter zur abschließenden Feldmesse versammeln. Traditionell findet am 06. November auch der Leonhardimarkt in der Murnauer Bahnhofstraße und um 20 Uhr der Leonhardi-Tanz im Kultur- und Tagungszentrum statt. Am darauffolgenden Sonntag haben die Geschäfte von 12.00-17.00 Uhr geöffnet. Denn dann findet in der erweiterten Murnauer Fußgängerzone (Ober- und Untermarkt) der Novembermarkt statt. Die Leonhardifahrt oder der Leonhardiritt ist eine Prozession zu Pferde, die zum Brauchtum in Altbayern und Westösterreich zählt. Sie findet zu Ehren des heiligen Leonhard von Limoges (6. Jhdt.) an seinem Gedenktag, dem 6. November, oder einem benachbarten Wochenende statt. Einige Dörfer in Bayern feiern Leonhardi auch im Sommer. Als Schutzpatron der landwirtschaftlichen Tiere, heute vor allem der Pferde, werden zu Leonhardi Wallfahrten mit Tiersegnung unternommen. Motiv für die Segnung (oft fälschlich auch Weihe genannt) der Tiere, insbesondere der Pferde, ist ihre Rolle, die sie als Last- und Arbeitstiere für die ländliche Bevölkerung spielten. Als größte und bedeutendste Leonhardifahrt wurde die Tölzer Leonhardifahrt im Juli 2016 als immaterielles Kulturerbe Bayerns anerkannt und im Dezember 2016 durch die Deutsche UNESCO-Kommission in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
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