Neujahrsspaziergang in den Maximilians-Anlagen – Magyar Vizsla im Lead – 2015
Der Neujahrsmorgen ist immer etwas ganz spezielles. In diesem frisch begonnenen Jahr 2015 ist er für uns besonders reizvoll. Es hat zuvor geschneit und der Schnee ist durch die kalten Temperaturen auch liegen geblieben. Damit wurde unsere Bogenhauser Nachbarschaft in eine Winterwunderwelt verwandelt, was zum Jahreswechsel sehr selten ist und schon lange nicht mehr vorkam. Nach unserem gelungenen Silvesterfest mit Andrea und Markus in der Möhlstrasse nun aber nichts wie los. Unsere neugierige und lebhafte Tati lockt uns in die Isaranlagen. Bei herrlichstem Wetter folgen wir ihr nur zu gerne auf ihren Wegen zum Maximilianeum und dem Friedensengel. Was für ein herrlicher Start in das neue Jahr!
- Annette und Michael Kamm
Hier stehen bereits zwei Damen voller Tatendrang in den Startlöchern.
Von der Prinzregentenstraße unweit des Friedensengels (Europaplatz) bis zur Montgelasstraße reicht "unsere" Möhlstraße. Kaum mehr als 800 Meter lang, bildet sie das »Rückgrat« des denkmalgeschützten Gründerzeit Ensembles von Altbogenhausen und umfasst 35 Anwesen, zumeist noch großbürgerliche Villen der Erbauerzeit von 1880 bis Ende 1918. Benannt wurde sie um 1895 nach dem Königlichen Hofgärtendirektor Jakob Möhl, der die Pläne für das neue Villenquartier vorlegte.
Während das hier alles noch dauert, darf ich mich kurz vorstellen. Ich bin Tati, eine Magyar Vizsla, ein kluge Hündin, die schnell neue Dinge lernen kann. Ich wurde am 9. April 2009 geboren und werde in diesem Jahr bereits 6 Jahre alt und verstehe mich als Partner meines Frauchens/Herrchens. Dabei bin ich sehr sensibel und lerne bei einer konsequenten Erziehung leichter und besser. Ich bin eine starke Persönlichkeit, bin gut sozialisiert und habe gelernt auch zur Ruhe zu kommen. Ich bin durchaus ein Familientier, das treu über alle Personen wacht, die zur Familie zählen. Mein Temperament und meine Fröhlichkeit brechen sich Bahn, wenn ich, wie heute, frei durch Wald und Wiese rennen kann. Ich liebe immer wieder neue Herausforderungen. Dann bin der agile Hund und ein Partner, der seiner Familie fröhlich und verspielt zur Seite steht. MeineHunderasse, die ihren Ursprung in Ungarn hat, soll schon im 18. Jahrhundert entstanden sein. Die pannonische Bracke, der Sloughi und der türkische Vorsteherhund sollen die Ahnen des Magyar Vizsla gewesen sein. Weitere Einkreuzungen ab dem 19. Jahrhundert waren der Hannoversche Schweißhund, der Pointer sowie der Deutsch-Kurzhaar. Damit wurde der Vizsla den veränderten Anforderungen der europäischen Jagd angepasst und als Rasse bewahrt. Da ab 1848 das Jagdprivileg des Adels abgeschafft wurde, wurden in Ungarn auch viele andere Hunderassen für die Jagd eingesetzt, sodass einheimische Hunderassen wie der Magyar Viszla verdrängt wurden. Heute ist der ungarische Vorsteherhund in aller Welt beliebt, zum Beispiel gibt es 21 Vizsla-Clubs in den USA.
Nach soviel Informationen, wann gehts denn nun endlich los?
Immerhin sind wir jetzt schon einmal im Park der Maximilians Anlagen angekommen; diese schöne Anlage direkt vor unserer Haustür zieht sich oberhalb der Isar vom Maximilianeum bis zur Tivoli Brücke hin.
Ich wußte doch, dass es euch hier gefallen wird.
Auf jedem Spaziergang gibt es viel zu entdecken. Hier in den Maximiliansanlagen erst recht: Die sechs Meter hohe Siegesgöttin hält in der rechten Hand einen Ölzweig als Sinnbild für Frieden und in der Linken das Palladion, ein Abbild der Göttin Athene, die für Kampf und Weisheit steht. Der darunter befindliche Tempel stellt auf seinen Eckpfeilern Porträts von Kaisern, Kanzlern und Generälen wie Kaiser Wilhelm I. oder König Ludwig II. dar. In der Halle zeigen vier Goldmosaike mit Darstellungen von Krieg, Sieg, Friede und Segen der Kultur in jede Richtung. Zwei Treppen führen links und rechts von der Aussichtsterrasse hinab zum Springbrunnen, mit einer Wasserfontäne in der Mitte, die von vier auf Delfinen reitenden Putten umrahmt wird.
Eine Winterwunderwelt, wie auf einem Wintergemälde von Pieter Bruegel. In den Maximiliansanlagen finden sich schöne Hügel zum Schlittenfahren. Durch die Nähe zu den Stadtteilen Haidhausen, Bogenhausen und Lehel ist hier im Winter einiges los. Direkt beim Maximilianeum warten passende Abhänge für erfahrene und unerfahrene Schlittenfahrer.
Hier zeigt sich Tatis verspieltes Temperament, die Ohren fliegen, die Pfoten heben ab, das Ziel fest im Blick.
Aber, ach wie schade, der andere vierbeinige Kollege und die beiden Freundinnen sind nur aus Schnee.
Die Maximiliansanlagen sind einer dieser Orte, um die andere Städte München beneiden. Rund zwei Kilometer schattiges Grün direkt an der Isar - die Parkanlage ist ein Paradies für Spaziergänger, Jogger und Erholungssuchende. Vor allem im Sommer tummeln sich auch zu vorgerückter Stunde noch viele Münchner nahe des Maximilianeums und genießen laue Abende zu beeindruckender Soundkulisse - schließlich tost an den nahen Staustufen die Isar gewaltig. Die Maximiliansanlagen erstrecken sich zwischen Max-Joseph-Brücke im Süden und der Ludwigsbrücke im Norden. Die Baumgruppen sind so gepflanzt, dass immer wieder der Blick auf die Altstadt möglich ist. Absoluter Mittelpunkt des Parks ist aber natürlich der Friedensengel an der Prinzregentenstraße - seit 1899 schaut das Wahrzeichen auf die Münchner herab. Wo heute die Parkanlage zum Verweilen einlädt, war früher eine Schafwiese. Zwischen 1856 und 1861 bekamen die Maximiliansanlagen nach Entwürfen des Architekt Peter Josef Lenné und durch die Gestaltung von Carl von Effner ihre heutige Form.
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