Floating Piers – Christos geniale Installation am Lago d´Iseo – 2016
Die aktuelle und im Vorfeld viel diskutierte Installation der "The Floating Piers" von Christo am Lago d´Iseo im Juni 2016 veranlasste uns zu einem Tagesausflug mit Werner, Eva und Lilly Conrad von Gardone-Riviera zur Monte Isola, wo wir uns mit Michaela und Michael Weiß und zwei Ihrer drei Kinder trafen. Die Familie von Michaela Weiß hat auf der Monte Isola ein Haus direkt am Wasser, in dem die Familie immer wieder gerne Urlaub macht. Die italienische Organisation hinsichtlich der An- und Abreise der Besucher zum Event war etwas chaotisch, da der Ansturm von mehr als 1.2 Mio Besuchern stark unterschätzt worden war. So sollte man im Vorfeld unbedingt im Internet Plätze auf den Fahrgastschiffen reserviert haben, sonst wurde es schwierig, zeitnah zur Location zu kommen. Der Lago d´Iseo hat uns so gut gefallen, daß wir im August des Jahres noch einen Kurzurlaub mit dem Riva Boot einplanten und dabei den gesamten See kennenlernen durften. Dazu gibt es in einem anderen Beitrag mehr Informationen.
- Michaela, Michael, Conrad und Cosima Weiß
- Eva, Lilly und Werner Conrad
- Annette und Michael Kamm
Kunstfreunde aus aller Welt pilgern in diesem Sommer zum malerischen Iseosee in der Lombardei.
Auf dahliengelben Stegen aus bespanntem Stoff kann man nun direkt auf der Wasseroberfläche laufen. Das Licht und das Wasser wandelten das Gelb des Stoffes in Farbtöne zwischen rot und golden.
Auf dem Wasser gehen; wer hätte das für möglich gehalten, dass dieses utopische Wunder einmal wahr werden würde.
Der Ausnahme Künstler Christo hatte immer wieder unerschrockene Visionen bei seinen Projekten und hat auch am Iseo See keinen Aufwand und keine Mühen gescheut, diese verrückte Idee in die Tat umzusetzen.
Die Stoffbahnen ziehen sich durch den Ort und zaubern uns allen ein beseeltes Lächeln aufs Gesicht. Kann allerdings auch gut sein, dass es an der ausgesucht netten Gesellschaft liegt.
Genug übers Wasser gelaufen. Bootfahrten ist doch auch immer wieder ein Vergnügen.
Hübsch behütet natürlich noch vergnüglicher.
Der Iseo-See war bereits zu romanischer Zeit besiedelt, aus deren Zeit bei Bauarbeiten ein Stück eines Tempels ans Tageslicht befördert wurde. Iseo gehört zur Provinz Brescia und war bereits vor 1000 Jahren ein strategischer Handelspunkt. In dieser Zeit waren die Familien Sozzi und Isei vorherrschend. Iseo wurde beim Feldzug von Barbarossa 1161 niedergebrannt. Im 2. Weltkrieg wurde in Iseo ein Ghetto eröffnet, in dem die Juden von der übrigen Bevölkerung isoliert wurden. Heute ist Iseo ein malerischer Ort am Seeufer mit ca. 9.000 Einwohnern und ein beliebter Ausflugsort am Wochenende. Iseo hat einen kleinen Hafen für Minikreuzfahrten rund um den See oder zu Insel Monte Isola.
Christo installierte auf dem Iseosee begehbare, mit goldgelben Stoff bespannte schwimmende Stege. Sie führten von Sulzano aus auf die Insel Monte Isola und umrundeten die Insel Isola di San Paolo. Die 16 Meter breiten Stege hatten kein Geländer und waren zum Wasser hin flach abfallend gestaltet. Dadurch und durch ihre leicht schwankende Bewegung vermittelten sie den Eindruck, direkt auf dem Wasser zu laufen. Der gelbe Stoff wurde mit kleinen Falten auf den Schwimmkörpern verlegt. Das Material des Gewebes war so gestaltet, dass sich die Farbe je nach Lichteinfall und Blickrichtung leicht veränderte. Zusätzlich wurde es regelmäßig durch den Wellengang vorbei fahrender Boote am Rand mit Wasser benetzt, so dass der Randbereich dunkler aussah. Das Kunstwerk wurde von dem Künstlerpaar bereits 40 Jahre zuvor geplant. Es sollte den Menschen in die Möglichkeit versetzen, über Wasser zu laufen. Das Wetter wurde in der Planung einkalkuliert. Jeanne-Claude starb 2009. Daher musste die Arbeit ohne sie realisiert werden.
Fehler entdeckt, Änderungen & Ergänzungen gewünscht sowie eigene Photos zur Vervollständigung verfügbar? Bitte gerne per Mail an Michael@Kamm.info.