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Palazzo Vecchio & Geschlechtertürme – Toskana Impressionen – 1986

Von Di., 19. August 1986 bis Do., 21. August 1986

Im August gab es für Nici und mich mit der Stadt Siena und einer dort stattfindenden Einladung ein klar definiertes Ziel in der Toskana. Mit einem silbernen Golf Cabrio der ersten Generation ging es daher von München über den Brenner in den Süden. Erster Übernachtungsstopp war bereits im schönen Klausen (Chiusa) in Südtirol. Klausen liegt im Eisacktal und hier knapp fünfzehn Kilometer südlich von Brixen. Von hier ging es weiter zu einem kurzen Kulturbesuch in Florenz und dann über die Strada del Vino nach Siena. Dort war mit der Hochzeit von Conny und Fri Bianchi unser wichtiges Zwischenziel erreicht. Nachdem die beiden glücklich unter der Haube waren, ging es weiter ins Herz der wunderbaren Landschaft, wobei das legendäre San Gimignano unsere nächste Station ist. Diese italienische Hügelstadt in der Toskana, südwestlich von Florenz ist von Mauern aus dem 13. Jahrhundert umgeben. Im Zentrum der Altstadt befindet sich die Piazza della Cisterna, ein dreieckiger Platz, der von mittelalterlichen Häusern gesäumt ist. Die Skyline der Stadt wird durch mittelalterliche Türme geprägt, darunter der Steinturm Torre Grossa. Lucca, Pisa , alle diese Städte sind Juwelen des Städtebaus. Im 13. und 14. Jahrhundert zählte Lucca zu den einflussreichsten europäischen Städten. Der schiefe Turm in Pisa ist ja sowieso eine Ikone und weltberühmt. Bei herrlichstem Wetter durch wunderbare Gegenden ist mir diese Reise in bester Erinnerung geblieben.

Mit dabei
  • Nicola und Michael Kamm

Eines der ältesten noch erhaltenen Bauwerke in Florenz und ein Meisterwerk der Renaissance ist der Palazzo Vecchio. Nach Fertigstellung der Bauphase trug der Palast zunächst den Namen Palazzo della Signoria und war Sitz des Stadtparlaments. Besonders imposant ist der Saal der Fünfhundert, welcher mit 54 Metern Länge, 22 Metern Breite und 17 Metern Höhe der größte Raum der Stadt ist. Sehenswert sind außerdem die zahlreichen Fresken im Innenhof. Übrigens liegt der Palazzo Vecchio in unmittelbarer Nähe zu den Uffizien und der Besuch beider Sehenswürdigkeiten lässt sich gut miteinander verbinden.

Schon Albrecht Dürer verliebte sich 1494 in das Städtchen Klausen an den Ufern des Eisacks in Südtirol und wahrlich, bis heute hat der schmucke Ort nichts von seinem Reiz verloren: Schöne Häuserfassaden, gotische Kirchen, traditionsreiche Gasthäuser und ein malerisches Landschaftsbild prägen die Stadt. Albrecht Dürer war es auch der Klausen durch seinen Stich „Das große Glück“, in der die griechische Göttin Nemesis auf einer Kugel über Klausen dahinschwebt, als Künstlerstädtchen weltbekannt machte.

Heute lädt das historische Zentrum mit seinen engen Gassen und den schönen Bürgerhäusern vor allem ein zum gemütlichen Bummeln und Flanieren und zum Genießen. Traditionsreiche Gasthäuser, die hier schon vor Jahrhunderten, als die Straße vom Brenner nach Süden mitten durch die Ortschaft ging, Gäste bewirteten, warten mit typischen Südtiroler Gerichten auf.

Nur schade, dass dieses charmante Fleckchen etwas unglücklich unter der riesigen Brücke der Autobahn A4 vom Brenner nach Bozen liegt.

Da wird es hier doch gleich romantischer! Diese Brücke spannt sich über den Arno und bietet Einwohnern und Besuchern der Stadt die Möglichkeit, trockenen Fußes an die andere Seite des Flussufers zu kommen: die Ponte Vecchio. Diese unverwechselbare Brücke ist jedoch nicht nur wegen ihres Alters eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Florenz. Vielmehr fällt die besondere Bauweise ins Auge. Die Brücke verfügt nämlich beidseitig über zahlreiche kleine Geschäfte.

Von den Uffizien aus ist es nur ein kurzer Fußweg zum bedeutendsten sakralen Bauwerk von Florenz: der Kathedrale Santa Maria del Fiore. Der Bau des Florentiner Doms hat 72 Jahre in Anspruch genommen, was unter anderem an der aufwändigen Kuppel von Brunelleschi und dem imposanten Glockenturm von Giotto lag. Außerdem kann man im Inneren des Doms das Fresko Dante und die Göttliche Komödie, das Monument für Giovanni Acuto und das Monument für Niccolò da Tolentina bestaunen.

Wir bestaunen auch gerne draußen. Unter einem herrlichen blauen Himmel den eindrucksvollen Arno. Der Arno ist nach dem Tiber der bedeutendste Fluss Mittelitaliens. Er ist der größte Fluss der Toskana und der achtlängste Italiens. Er fließt ausschließlich in der nördlichen Toskana und dabei durch die Provinz Arezzo, die Metropolitanstadt Florenz und die Provinz Pisa. Das Einzugsgebiet des Arno beträgt mehr als 8200 km², der mittlere Abfluss 100 m³/s. Während der Schneeschmelze und nach heftigen Regenfällen schwillt der Arno rasch an und ist dann oft nur unter Gefahr schiffbar.

Heute sieht er zum Glück sehr ruhig aus!

Der Neptun-Brunnen von Bartolomeo Ammannati (1563-1565) war der erste öffentliche Brunnen von Florenz.

Dieser sehr viel kleinere Brunnen ist ebenfalls ein Schmuckstück italienischer Bronzekunst.

Schon ruft das Land. Die betörende, vielgepriesene Landschaft der Toskana mit den malerisch geschwungenen Hügeln.

Großartige Herrenhäuser sind übers Land verstreut.

Mal sehen, wer da wohnt.

Allein die Größe ist einschüchternd.

Der Garten zeugt von großer Kunstfertigkeit.

Im Hintergrund ruft schon San Gimignano mit seiner einzigartigen Turmkulisse.

Die Toskana – eine der schönsten Regionen Italiens: Historische Altstädte, die viel zu erzählen haben und eine malerische Landschaft, die zum Träumen einlädt! Ein absolutes Must-See bei einer Reise durch die Toskana ist das kleine Örtchen San Gimignano.

San Gimignano ist ein kleiner Ort im Herzen der Toskana in der Provinz Siena. Markenzeichen dieser wunderschönen Altstadt sind die 13 Geschlechtertürme, weswegen das Städtchen auch „Mittelalterliches Manhattan“ oder die „Stadt der Türme“ genannt wird. Ursprünglich gab es 72 dieser im Mittelalter erbauten Türme. Gut zu wissen: Die Geschlechtertürme wurden damals von den Adelsfamilien errichtet und galten als eine Art Statussymbol. Ganz nach dem Motto: Wer den höchsten Turm hat, hat auch das höchste Ansehen. Auch alle anderen Bauten in diesem Ort stammen überwiegend aus dem 11. Und 12. Jahrhundert, was dieser Stadt ihren besonderen Charme verleiht. Im 16. Jahrhundert entschied der Großherzog Cosimo I. de‘ Medici, dass in diesem Ort keine neuen Gebäude errichtet werden dürfen. Wenn man die Stadt also durch ihre Tore betritt, ist es wie eine Reise in vergangene Zeiten.

Wir hingegen leben sehr glücklich und verliebt in der Gegenwart.

In diesem Ambiente ist sie auch gar zu schön.

Wer im Urlaub sich lieber unter die einheimischen Italiener mischt, sollte mal nach Lucca fahren. Idyllisch inmitten von Pinien und Zypressen gesäumten Hügeln ist die Stadt ein echter Hotspot für italienisches Kunsthandwerk.

" Room with a view" - so stilvoll wie ein Gemälde.

"Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein" Johann Wolfgang Von Goethe hat es gut getroffen.

Für das stille Glück des Strickens hatte Goethe keine Worte. Oder sie sind nicht überliefert.

Lucca ist eines der hübschesten Städtchen inmitten der Toskana. Die antiken Wurzeln von Lucca gehen bis in die vorrömische Zeit der Etrusker ins 8. Jahrhundert vor Christus zurück. Ab dem 3. Jahrhundert vor Christus bis ins Mittelalter entstand die Stadtmauer, die in mehreren Kreisen errichtet wurde und den antiken Stadtkern umfasst. Reste der Stadtmauer aus vorrömischer Zeit sind noch heute in via Girolamo, via Beccheria, S. Lucia und via del Moro zu erkennen. Die heutige Stadtmauer stammt im wesentlichen aus dem 15. Jahrhundert und ist über 4 km lang, auf ihr kann man bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad Lucca umkreisen. Der Stadtkern ist römisch-mittelalterlicher Architektur, das römische Forum befand sich in Piazza San Michele.

Als letzt Stadt unserer Toskanareise erreichen wir

Pisa!

Wahrzeichen ist der als Schiefer Turm von Pisa bekannte Campanile des Doms auf der Piazza dei Miracoli im Norden des Stadtzentrums. Mittelpunkt der historischen Viertel San Martino, Santa Maria, San Francesco und Sant’Antonio ist die zentrale Arno-Brücke, der Ponte di Mezzo.

Der Schiefe Turm von Pisa (italienisch Torre pendente di Pisa) ist das wohl bekannteste geneigte Gebäude der Welt und Wahrzeichen der Stadt Pisa in Italien. Der Turm war als freistehender Glockenturm (Campanile) für den Dom in Pisa geplant. 12 Jahre nach der Grundsteinlegung am 9. August 1173, im Jahr 1185, als der Bau bei der dritten Etage angelangt war, begann sich der Turmstumpf in Richtung Südosten zu neigen. Daraufhin ruhte der Bau rund 100 Jahre. Die nächsten vier Stockwerke wurden dann mit einem geringeren Neigungswinkel als dem bereits bestehenden gebaut, um die Schieflage auszugleichen. Danach musste der Bau nochmals unterbrochen werden, bis 1372 auch die Glockenstube vollendet war. Der Grund für seine Schieflage liegt in dem Untergrund aus lehmigem Morast und Sand, der sich unter dem Gewicht verformt. Neuesten Ausgrabungen zu Folge steht der Turm am Rande einer ehemaligen Insel direkt neben einem antiken, zur Bauzeit bereits versandeten Hafenbecken. Die Schieflage des Turms beträgt nach dem Ende der Sanierungsarbeiten rund vier Grad, entsprechend einer Auslenkung an der Spitze von 3,9 m (bei rund 55,8 m Höhe). Im Inneren des Turmes hängt ein Pendel, das oben in der Mitte befestigt ist und durch die Schieflage unten beinahe die Seitenwand berührt. Der Legende nach hat der aus Pisa stammende Galileo Galilei bei Fallversuchen vom Turm die Fallgesetze entdeckt. Im Jahre 1987 wurde das Ensemble aus dem Turm, dem Dom, dem Baptisterium und dem Friedhof von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Fehler entdeckt, Änderungen & Ergänzungen gewünscht sowie eigene Photos zur Vervollständigung verfügbar? Bitte gerne per Mail an Michael@Kamm.info.