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Pandemie Silvester am Friedensengel – Sieges-Göttin Nike zur mahnenden Erinnerung an den Französischen Krieg – 2020

Am Do., 31. Dezember 2020

Am ersten Corona Silvester waren wir in Deutschland noch massiv in unseren persönlichen Freiheiten eingeschränkt, denn es waren weder Feuerwerke noch Parties erlaubt. In den Urlaub fahren, um dort zu feiern konnte man sich ebenfalls abschminken. Annette und ich entschieden uns daher dazu, in der Möhlstrasse zu bleiben und auf größtmöglichen Hausgemeinschafts-Niveau mit unseren befreundeten Nachbarn Andrea und Olaf den Jahreswechsel in hoffentlich bessere Zeiten zu feiern. Wir nahmen ein gemeinsames Abendessen bei uns zu Hause ein und machten uns anschließend zu Fuß durch die Maximiliansanlagen auf den obligatorischen Weg zum Silvester Hotspot in Bogenhausen, da man vom Friedensengel aus einen wunderbaren Ausblick auf den Münchner Nachthimmel hat. Dieser Treffpunkt hat mittlerweile Kultstatus und ist zu einer festen Silvestertradition geworden. 1895 wurde von der Prinzregent-Luitpold-Stiftung ein Wettbewerb für die Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an den Sieg des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 bis 1871 und als Dank für die Segnungen des Friedens ausgeschrieben. Als Standort war ursprünglich das „Franzosenviertel“ im Stadtteil Haidhausen vorgesehen. Die Grundsteinlegung erfolgt zeitgleich mit der Einweihung der Prinzregent-Luitpold-Terrasse am 10. Mai 1896. Die feierliche Einweihung fand am 28. Jahrestag des Einzugs der siegreichen bayerischen Truppen nach München am 16. Juli 1899 statt. Noch heute wird jährlich an einem Wochenende um dieses Juli-Datum herum das Friedensengelfest gefeiert. Das Friedensdenkmal ist an die ionische Korenhalle des Erechtheion auf der Athener Akropolis angelehnt und die goldene Figur an der Spitze ist einer in Pompeji gefundenen Statue der griechischen Siegesgöttin Nike nachempfunden. Am 6. Juli 1890 entschied sich der bayerische Prinzregent Luitpold für ein Modell, das der Königlich Bayerische Hofgärtendirektor Jakob Möhl zusammen mit seinem Mitarbeiter Wilhelm Zimmermann vorgestellt hatte. In den Jahren 1891 bis 1894 wurde die Anlage mit den beidseitigen Straßen-Auffahrtsrampen der Prinzregentenstraße für 200.000 Mark errichtet, die heute unsere tägliche genutzte Passage ist, wenn wir von unserer Wohnung in der Möhlstrasse in die Innenstadt fahren.

Mit dabei
  • Andrea & Olaf Petersenn, Annette & Michael Kamm

Das 38 Meter hohe Denkmal der griechischen Siegesgöttin Nike ist so etwas wie der Schutzengel der Stadt. Es mahnt zum Frieden – mehr sogar noch als das Pendent in Berlin, das dem Triumph im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 und 1871 gewidmet ist.

Der Münchner Friedensengel wurde erst später errichtet – in Gedenken an die 25 Jahre Frieden nach diesem Krieg. Genial ist vor allem die Lage: Mitten in den Maximiliansanlagen, einem Park mit mächtigen Bäumen im Stadtteil Bogenhausen, thront weithin sichtbar die goldene Statue auf einer 23 Meter hohen Korinthersäule. Die wiederum steht auf einem quadratischen Tempel, der an antike Zeiten erinnern soll. Von dort aus liegt einem die Stadt zu Füßen: Die Prinzregentenstraße mit ihren Prachtbauten wie dem Bayerischen Nationalmuseum und dem Haus der Kunst bildet eine Sichtachse bis zum Prinz-Carl-Palais.

Fehler entdeckt, Änderungen & Ergänzungen gewünscht sowie eigene Photos zur Vervollständigung verfügbar? Bitte gerne per Mail an Michael@Kamm.info.