Perle des indischen Ozeans – Touch Down in Ceylon – 1988
Wenn man die Fühler nach neuen Terrains ausstreckt, sollte man diese erstmal auf Herz und Nieren prüfen. So durch mich im Jahr 1988 geschehen. Im Rahmen meines Starts als CFO der North Sails Surf Group musste ich mir einen globalen Überblick über die wirtschaftliche und organisatorische Situation der Beteiligungsgesellschaften verschaffen. Dies führte mich u.a. nach Sri Lanka, wo das Unternehmen schon zu damaligen Zeiten Surfsegel produzieren ließ. 8 Jahre später in 1996 kam noch eine eigene Yachtsegel Production Site dazu. Bei meinem Abschied von North Sails arbeiteten in Sri Lanka über 700 Mitarbeiter in der Produktion, die mehr als 600 Segel pro Woche an den Start bringen. Zum Start fuhr ich noch mit Eckart Wagner - der damals noch unter dem Eigentümer Terry Kohler CEO der North Sails Gruppe war - nach Sri Lanka. Eckart war damals mein Mentor und beruflicher Ziehvater in der Segelbranche. Nach Michi Planks und meinem Management Buy-Out zwei Jahre später trennten sich unsere Wege jedoch. Das war nicht im Sinne von Eckart, doch zog er weiter und hatte mit dem Aerosail Programm von Mercedes Benz als deutsches Americas Cup Syndikat einen neuen Coup gelandet. Bei unserem ersten gemeinsamen Trip nach Sri Lanka gab es nach der Besichtigung der Produktionsstätten unserer Surfsegel ausreichend Zeit ein wenig vom Land kennenzulernen, das ich zum ersten Mal bereiste. So verbrachten wir ca. 20 km südlich der Hauptstadt Colombo, die auf an der Westküste liegt, ein wunderschönes Wochenende am Bolgoda Lake. Fast konnte man den indischen Ozean rauschen hören, aber die zahlreichen Wasseraktivitäten haben uns im traumhaften Yacht Club voll in Beschlag genommen. Hier war einfach alles möglich. Auch einfach nur faulenzen oder sich den kulinarischen Genüssen hingeben. Trotz allem zog es uns natürlich auch ans Meer, das nur einen Steinwurf entfernt lag und immer 26 bis 27 Grad Badewannen-Temperatur hatte. Ab 1983 herrschte in Sri Lanka, dem früheren Ceylon, blutiger Bürgerkrieg zwischen den Ethnien der Tamilen und Singhalesen. Glücklicherweise bekamen wir während unseres Aufenthaltes nicht besonders viel davon mit - wenn da nicht die schwer bewaffneten Polizisten am Flughafen in Colombo gewesen wären...
- Patricia Howard, Eckart Wagner, Rob Antill und Michael Kamm
Sun & Fun unter Palmen am Bolgoda Lake. Er ist einer der wichtigsten Frischwasser-Ressourcen des westlichen Sri Lankas und mündet in den indischen Ozean
Die diversen Expatriate Damen sehnten sich trotz der schönen Natur offensichtlich nach mehr Shopping in internationalen Destinationen. Sonnenliege und Hose sind dem Wetter angepasst und schonmal farblich abgestimmt
Am Yacht Club ging es rein und raus und es wurden Profis und Amateure gesichtet. Die Anlage war wunderschön und die Palmen einfach nur majestätisch
Unser blonder Azubi Beau bei einer Sightseeing-Tour über den freshwater lake
In 1988 war das Wasser des Sees noch sehr gut. Heute ist seine Wasserqualität durch industrielle Verschmutzung höchstgefährdet. Besonders die Alge Diya Habala macht der Fauna und Flora im See das Leben schwer
Wer jetzt noch nicht an Land war, hatte ein Problem. Die Gewaltigkeit der Stürme und Unwetter zeigen uns wie klein wir doch sind
Aber dem Himmels-Schauspiel kann man sich nicht entziehen. Vorhang auf und schnell ins Trockene
Im Jahr 1948 wurde Sri Lanka nach friedlichen Verhandlungen von den Briten unabhängig. Im Gegensatz zu den meisten Staaten der sogenannten „Dritten Welt“ besteht seit der Unabhängigkeit ein stabiles, demokratisches System, das allerdings durch die Gegensätze zwischen der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit und der tamilischen Minderheit belastet war und immer noch ist. Zwischen 1983 und 2009 herrschte offener Bürgerkrieg in Sri Lanka zwischen tamilischen Separatisten und der von Singhalesen dominierten Zentralregierung, der zahlreiche Todesopfer, vor allem aus der Zivilbevölkerung forderte. Die Menschenrechtsverbrechen des Bürgerkrieges sind bis heute nicht unabhängig aufgearbeitet.
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