Morbider Charme in Bad Gastein – Bellevue Memories zum Geburtstag unserer Mutter – 2016
Runde Geburtstage unserer Eltern sind seit vielen Jahren fest gesetzte Highlights, zu denen sich die gesamte Familie gerne verbindlich trifft. Dies jeweils auf großzügige Einladung unserer Eltern in einer besonders netten Lokation, die mit unserer gemeinsamen familiären Vergangenheit zu tun hat. Zum Achtzigsten unserer Mutter ging es im Januar in das Gasteinertal, in dem wir einige schöne Tage in Bad Gastein verbrachten. In diesem früher durchaus mondänen Erholungsort verbrachten wir als Familie in den Siebzieger Jahren unsere Weihnachtsferien. Unser Standort war damals das legendäre Parkhotel Bellevue, das es nach einem großen Brand in der ursprünglichen Form schon seit vielen Jahren leider nicht mehr gibt. Wir haben alternativ im schönen Salzburger Hof residiert, in dem ein langjähriger Freund meines Schwagers Adam Hoteldirektor ist.
- Uta und Karl-Heinz Kamm
- Dr. Thomas, Stephanie, Severin, Elisabth und Donata Kamm (mit Simon)
- Michael, Annette, Larissa, Carolina und Paul Kamm mit Felicia Bernheimer
- Ulrike und Adam Schall-Riaucour
Tutta La Famiglia - wie erfreulicherweise immer freundschaftlich, friedlich und vollständig vereint - vor dem Hotel Salzburger Hof anläßlich der Feier zum runden Geburtstag unserer Mutter in Bad Gastein
Keine Feier ohne Meier ... und kein Familienfest ohne fein ausformulierte Ansprache meines kunsthistorischen und Reden versierten Zwillingsbruders Thomas ... wie immer gut gemacht !!
Das Geburtstagskind Oma Uta nimmt die wohlwollenden Glückwünsche gerne entgegen
Die abendliche Gesellschaft zum Geburtstagsessen hat sich chic gemacht
Das beeindruckende Ensemble des Hotels Salzburger Hof - samt zwei weiterer verbundener Hotels - gehört einer schwedischen Unternehmerfamilie
Die Kinder und Enkelkinder scharten sich um die Tanten Ulrike und Stefanie und dann ging es zum Skifahren auf die Piste
Seit 80 Jahren unverändert .... der Einzelsessellift aus dem Ort zur legendären Bellevue Alm ... einem historischen Highlight mitten im Skigebiet
So entstand Bad Gastein: Funde von Münzen bei den Thermalquellen weisen darauf hin, dass schon die Römer bei der Alpenüberquerung dort gebadet haben. Erste Anzeichen der Besiedelung gehen auf etwa 700 zurück. Schon im Mittelalter war Bad Gastein bekannt als Badekurort, wo man über mehrere Wochen täglich stundenlang beim Schachspiel im Gemeinschaftsbad sass. 1509 wurde die Straubinger-Taverne aus Holz errichtet. Für einen höheren Badekomfort liess Erzbischof Hieronymus von Colloredo 1794 mit dem Badeschloss das erste Steingebäude in Bad Gastein errichten. Es kamen mehr und mehr grosse Residenzen dazu. Mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke öffnete sich der Ort ab 1905 auch dem internationalen Publikum. Bis über den Zweiten Weltkrieg hinaus konnte sich der Ort als Kurort halten. Noch in den fünfziger Jahren, so erzählt Uki Bellmann, Nachkommin der Straubinger-Dynastie, habe es geheissen: «Ach, du kommst aus dem Weltkurort.» Doch zwanzig Jahre später habe sich niemand mehr an Bad Gastein erinnert. Nach dem Krieg fehlte das Geld zur Modernisierung der Prestigebauten. Der Kurtourismus ging stark zurück, während sich der Ort mit der Erschliessung der umliegenden Berge als Wintersportort neu erfand. Die wahnwitzige Idee aus den siebziger Jahren, Bad Gastein als Destination für internationale Kongresse gross zu machen, scheiterte hingegen. Ab den achtziger Jahren gingen einige Hotels im oberen Teil von Bad Gastein in skandinavische Hand über. Einige der Häuser im alten Kern konnten sich hingegen nicht mehr halten und wurden nach und nach zu Geisterhäusern. Bad Gastein, das war nun ein skurriler Ort, der mitten in den Bergen wie eine selbstbewusste Metropole zum Himmel ragte und gleichzeitig dabei war, unterzugehen.
Und plötzlich denkt man: Dieser Ort ist tatsächlich einzigartig, gerade auch Mitte Januar – die Winterferien sind vorbei, die Sportferien kommen erst. Die Sonne scheint zwar nicht. Die Hotelpaläste werden von einer grauen Schneehimmeldecke erdrückt. Doch was soll es einen kümmern? Wo mitten in den Alpen findet man schon einen Ort, wo sich italienische Baukunst aus dem 19. Jahrhundert mit den modernistischen Ideen der siebziger Jahre vermengt? Wo in den Alpen gibt es einen Ort von solch mondänem Antlitz, wo man innerhalb einer Viertelstunde ins Naturschutzgebiet gelangt, wo es bis auf fast 3000 Meter in die Höhe geht?
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