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Schwabinger Freigeister in der Eisenacher Strasse – Vorweihnachtliche Party-Stimmung auf vertrautem Terrain – 2001

Am Di., 18. Dezember 2001

Kurz vor Weihnachten sind Annette und ich von Uta Schröder zur Feier ihres Geburtstages in die Eisenacher Straße in Schwabing eingeladen. Dort haben sich Wilhelm und Uta vor einigen Jahren ein schönes Haus gekauft. Die Straße hat ihren Namen von der sechstgrößten Stadt Thüringens, die im Westen des Bundeslandes liegt und eine der sogenannten Lutherstädte ist. Bekannt ist Eisenach durch die Wartburg oberhalb der Stadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und im Mittelalter Sitz der Landgrafen von Thüringen war. Dort übersetzte Martin Luther im Herbst 1521 das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche. Seit Februar 2017 ist Eisenach eine Hochschulstadt, inoffiziell führt die Stadt den Beinamen Wartburgstadt. Im Jahr 1685 wurde der Komponist Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte in Eisenach die Industrialisierung ein. So wurde 1896 die Fahrzeugfabrik Eisenach gegründet, die ab 1928 zu BMW gehörte und später als Automobilwerk Eisenach den Wartburg baute. Die Tradition des Automobilbaus wurde nach 1990 durch die Adam Opel AG fortgeführt. Die Werke der Automobilindustrie wie Opel und Bosch beschäftigen heute über 4000 Mitarbeiter, was Eisenach zu einem Industriezentrum Thüringens macht. Ganz anders der heutige Wohnort von Uta, denn hier waren es bereits in der Blütezeit der Schwabinger Bohème um 1900 vorwiegend Kunst- und Literaturschaffende, die sich rund um Universität und Kunstakademie ansiedelten und den Geist Schwabings prägten. „Schwabing ist kein Ort, sondern ein Zustand." Schwabinger Urgesteine, wie der Fotograf Wolfgang Roucka, sehen das heute noch so: „Schwabing ist kein üblicher Stadtteil und lässt sich nicht mit Worten erklären. Man muss ihn erfühlen.“ In den Straßen, Cafés, Bars und Kneipen rund um die Universität trifft man die typischen Schwabinger. In dem Viertel leben auch bekannte Kunstschaffende, wie die Filmemacherin Doris Dörrie, die Sport-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein und die Schriftsteller Patrick Süskind und Hans Magnus Enzensberger, nebst Freigeistern wie dem Kommune-1-Gründer und Alt-68er Rainer Langhans. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts lebten und arbeiteten hier gesellschaftskritische Schriftsteller, wie Erich Mühsam, Stefan George und Frank Wedekind, und auch die Gruppe des Blauen Reiters. Der Maler Paul Klee feierte ausgelassene Feste im ehemaligen Schloss Suresnes in der Werneckstraße, wo er sein Atelier hatte. Auch in wohnte während meiner Altschwabinger Zeiten in der Mandlstrasse keine 250 Meter von Suresnes entfernt. In Utas Nähe lebten in der Ainmillerstraße weitere namhafte Persönlichkeiten, wie das Paar Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, der Dichter Rainer Maria Rilke sowie die Zoologin Marianne Plehn.

Mit dabei
  • Uta & Wilhelm Schröder, Annette & Michael Kamm

So gut gelaunte Gäste wie Alexa Hauesgen, Wolfgang Plaumann und ich erfreuen auch den Gastgeber Wilhelm Schröder

Uta ist als Hautärztin in der Praxis von Aletta Georgii tätig

Fehler entdeckt, Änderungen & Ergänzungen gewünscht sowie eigene Photos zur Vervollständigung verfügbar? Bitte gerne per Mail an Michael@Kamm.info.