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Sommerurlaub zu Wehrdienst Zeiten – Sondergenehmigung für Sonnenfreuden in Milano Marittima – 1979

Von Sa., 16. Juni 1979 bis Sa., 30. Juni 1979

Im Juni meines "Bundeswehrsommers" nahm ich zwei Wochen Erholungsurlaub - mit vorheriger Sondergenehmigung für eine Auslandsreise - und bin gemeinsam mit Krissi und Martin Kühner nach Italien ans Meer gefahren. Völlig ins Blaue, da wir darauf vertrauten irgendwo eine Unterkunft zu finden. Dass wir uns für die Adria und dort für Milano Marittima entschieden hing sicher mit einem Tipp meiner Eltern zusammen, die in dieser Region als junges Paar ebenfalls Urlaub gemacht haben. Wir quetschten uns zu Dritt in meinen roten VW Polo, bezwangen den Brenner und kamen noch am ersten Tag an unserem Ziel an. Der Aufschwung des Stadtteils Milano Marittima im Städtchen Cervia an der Adriaküste der Emilia Romagna begann mit der Einrichtung einer Badeanstalt im Jahre 1882. Aus dem vernachlässigten Fischerdorf Milano Marittima, dessen Einwohner einst von Fischfang, Landwirtschaft und Salzgewinnung lebten, ist ein mondänes Urlaubsziel geworden. In den Anfängen Milano Marittimas als Badeort um 1911 waren die Strände des Ortes den reichen Familien aus der Lombardei und aus Mailand vorbehalten. Exklusiv für sie wurden Villen in den romantischen Pinienwäldern gebaut, die sich kaum sichtbar in die Landschaft einfügen. Restaurants wie das Al Caminetto und Bars wurden eröffnet und die Strände schnell in einen badetauglichen Zustand versetzt. Die Mailänder Architektur der damaligen Zeit und das Konzept einer außergewöhnlichen Gartenstadt wurden hier von einer Künstlergemeinschaft umgesetzt, wodurch Milano Marittima noch heute das Flair eines eleganten Urlaubsortes verströmt. Das 1927 eröffnete Hotel "Mare e Pineta" beherbergte Prominenz aus aller Welt und zeugt von der eleganten Lebensart seiner Gäste. Das Tennisspiel gehörte damals wie heute zum guten Ton, und die hauseigene Anlage ist Schauplatz hochklassiger Turniere direkt am privaten Strand. An den Stränden von Milano Marittima kommen Einheimische und Urlauber zusammen, um in den vielen Strandbars die regionalen Weine Trebbiano und Sangiovese zu genießen und dabei die Beachvolleyballer, Strandtennisspieler, Segler, Surfer, Schwimmer und sonstige Badende zu beobachten. Neben Sonnenbaden und abendlichem Ausgehen kann ich mich an einen Besuch auf einer großen Kart Anlage sowie verschiedene Runde Wasserski erinnern. Unseren Motorboot Kapitän bezahlten wir beim Wasserski übrigens mit den damals hoch gehandelten Benzingutscheinen, ohne die man nicht nach Italien in den Urlaub gefahren ist. Alles Tempi Passati ... und auch Martin würde heute nicht mehr - wie damals - eine gefälschte Uhr auf der Autobahnraststätte und damit sozusagen direkt an der Quelle erwerben

Mit dabei
  • Kristiane Dongus, Martin Kühner und Michael Kamm

Milano Marittima entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Idee, ein Badeort für die Mailänder Bourgeoisie zu werden, in dem Natur und Architektur miteinander verschmelzen und ein kleines Paradies schaffen. Mit dem immer stärker werdenden Tourismus, der nur durch die beiden Weltkriege gebremst wurde, begann man 1927 mit dem Bau von Hotels, Ferienlagern und Restaurants, neben den prächtigen Villen, die bereits zwischen dem Meer und dem Pinienwald standen. In kurzer Zeit wurde Milano Marittima mit seinem Jugendstil-Charme zu einem der meistbesuchten Orte an der Riviera der Romagna.

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