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Sterben der deutschen Warenhäuser – Meeting mit dem Karstadt Chef Stephan Fanderl in Essen – 2017

Am Mo., 27. März 2017

Ende März steht mein Antrittsbesuch beim Chef der Karstadt Gruppe - dem größten Einzelkunden der CBR - in Essen an. Der Karstadt CEO Stephan Fanderl ist eigentlich Ingolstädter und seine Eltern waren als Edeka Einzelhändler an der Donau aktiv, bevor er seine Konzern Karriere im Ruhrgebiet startete. Nicht jeder, der Essen via A52 Richtung Düsseldorf verlässt, hat mit Blick nach links das Gefühl, an einem Denkmal vorbeizufahren. Die Zentrale des Karstadt-Konzerns mit ihrem ausladenden, grauen Betongerippe versprüht für den Laien mehr Pragmatismus denn Baukunst. Bei Tageslicht tendiert der Bau stark ins Gräuliche, die Witterung hat gerade an den der Autobahn A 52 zugewandten Seiten ihre Spuren hinterlassen. Sie wegzuwischen, zum Beispiel mit etwas Farbe, stand in den vergangenen Jahren nicht auf der Agenda von Karstadt. Die Warenhauskette kommt aus der Insolvenz und versucht sich derzeit zu wandeln und gesund zu sparen, weshalb die Zentrale in Essen-Bredeney zu groß geworden ist. Gut zu sehen am Abend – dann bleiben obere Etage und viele weitere Büros dunkel, weil sie längst leer gezogen sind. Karstadt will noch in diesem Jahr in Bredeney ausziehen, der Karstadt-Pensionsfonds das Areal verkaufen. Essen hofft nach wie vor, der Traditionskonzern möge am Standort bleiben. Doch falls nicht, wäre hier vieles denkbar – von Gewerbe über Misch- bis Wohnbebauung. Würde der Bau endgültig unter Denkmalschutz gestellt, wäre vieles davon hinfällig. Das würde die Vermarktung erheblich schwieriger machen und selbst eine gewerbliche Nutzung wäre auf den bestehenden, riesigen Flächen fast unmöglich. Die Rolltreppen zwischen den Etagen, die fußballfeldgroßen Büros – all dies ist für andere Nutzer nicht ganz so passend wie für einen Kaufhauskonzern. Ich erinnere mich, wie auch Stephan Fanderl mit seinen Mitarbeitern in einem staubigen Großraumbüro saß und aus der traurigen Geschichte das Beste machte. Für uns war wichtig, daß wir unser ausstehendes Geld wieder sehen und auch Kontrolle über unsere Produkte haben ... und das hatten wir damals geschafft.

Mit dabei
  • Stephan Fanderl, Karsten Thiel, Michael Kamm

Am 6. November 2019 gab die Geschäftsführung die Fusion der Galeria Kaufhof GmbH mit der Karstadt Warenhaus GmbH bekannt. Unter dem Dach der Signa Holding werden beide Unternehmen nun vereint als Galeria Karstadt Kaufhof GmbH fortgeführt.

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