Tausend und eine Nacht in Dubai – im Schatten des Burj Al Arab – 2005
Ende März flogen Annette und ich über die Ostertage in die VAE nach Dubai. In München war es noch ziemlich kühl und wir freuten uns auf einige Tage Sonne, Wärme und Abwechslung. Mit durchschnittlich 8,2 Stunden Sonne und rund 30 Grad an unserem Zielort war das unser ganz persönlicher Winter Kehraus. Auf meinem Business und Sightseeing Programm stand in erster Linie die gerade neu eröffnete "Mall of the Emirates". Ein Luxus-Einkaufszentrum im Stadtteil Al-Barsha, direkt an der Sheikh Zayed Road - ganz der architektonischen Gigantomanie des Landesfürsten Sheikh Rashid bin Mohammed bin Rashid Al Maktum geschuldet. Mit einer Einkaufsfläche von 223.000 Quadratmetern war die Mall of the Emirates eines der größten Einkaufszentren der Welt. Da durfte ein Aigner Shop natürlich auch nicht fehlen. Die Ende 2008 fertiggestellte Dubai Mall und die im Bau befindliche Mall of Arabia übertreffen die Mall of the Emirates zwar heute, jedoch war sie im Jahr 2005 ein Riesen Statement ... besonders auch durch die erste Ski Halle in diesem Teil der Welt. Insgesamt gibt es in der Mall of the Emirates über 400 Geschäfte aller Branchen, zumeist aus dem Luxusbereich. Hier trägt man "rich", jedoch nur unter der traditionellen Abaya der weiblichen Emiratis, dem schwarzen Gewand, das das Drunter erahnen lässt. Die Sheyla, die schwarze Kopfbedeckung, lässt ausschließlich den Blick auf die oft wunderschön geschminkten Augen der Frauen zu. Das muss - neben dem Rausblitzen der Jimmy Choos - reichen. Es gibt auch ein Riesen Entertainment Programm im der Mall. Allein das Kino verfügt über stolze 40 Leinwände. Aber die Hauptattraktion war natürlich die Ski Halle. Sie ist durch ein über mehrere Etagen gehendes Schaufenster vom Einkaufszentrum abgegrenzt. Lust auf nen Arlbergschwung à la Emirati? Kein Problem. Das komplette Skioutfit wird geliehen, einfach drübergezogen und los gehts. Die Kunst des Kunstschnees haben die Verantwortlichen im schweizerischen Zermatt gelernt. Alles absurd bei Aussentemperaturen von über 30 Grad und an Künstlichkeit nicht zu überbieten. Einen wunderbaren Nachmittag verbrachten wir im historischen Teil von Dubai - dem Dubai Creek. Hier trifft Tradition auf Ultra-Moderne. Mit einer sogenannten Dhau, einem Holzboot, gleitet man entspannt an glitzernden Fassaden und Häusern aus Sandstein entlang. Das kann man wirklich Spannungsfeld nennen. Nach dem Ausflug waren wir froh, uns in unser wunderbares Hotel am Jumeirah Beach zurückzuziehen und ein orientalisches Dinner bei Kerzenlicht zu geniessen. Einen Trip nach Dubai kann ich immer empfehlen, auch wenn nur wenig Zeit ist. Hier wird man förmlich in eine andere Welt katapultiert...
- Annette und Michael Kamm
Wann bekommt man schonmal so traditionell den Tee kredenzt? Ein genussvolles Ritual
Landgewinnung Emirati Style. Hier wird dem Wasser ständig und überall Land abgetrotzt
Marmor, Palmen und viel Glas. So sehen hier die ganz normalen Department Stores aus
Dieses deutsche Luxuslabel war vor uns in der Shopping Mall. Aus heutiger Sicht hats auch nichts genützt
Der echte Dubai Creek ... ein natürlicher Meeresarm des persischen Golfes, der die Stadt Dubai in die Stadtteile Bur Dubai und Deira teilt und insgesamt 14 Kilometer lang ist und jede Menge Schiffsverkehr aufweist
Der falsche Dubai Creek ... ein hübscher künstlicher Kanal mit Elektrodaus, der die Luxushotels Jumeirah Mina A´Salam und Jumeirah Al Qasr sowie den Souk Madinat miteinander verbindet. Hier verschmilzt Vergangenheit mit Zukunft und es fühlt sich an wie Disney Land
Im Hintergrund das legendäre Burj Al Arab mit stolzen 321 Metern. Bereit zum Auslaufen
7-Sterne Luxus Das Burj al Arab „Turm der Araber“ ist eines der luxuriösesten und teuersten Hotels der Welt. Mit einer Höhe von 321 Metern ist es das vierthöchste Hotelgebäude der Welt und ein Wahrzeichen der emiratischen Stadt Dubai. Aufgrund der segelförmigen Kubatur und seiner ausgesetzten Lage ist dieses Gebäude unverwechselbar. Betreiber des Hotels ist die Jumeirah Group, die ebenfalls das benachbarte Jumeirah Beach Hotel, die Emirates Towers sowie unter anderem das Bab al Shams in Dubai unterhalten. Außerdem besitzt die Gruppe weitere Anlagen in London und New York. Der Entwurf stammt von Tom Wright, einem Mitarbeiter von Atkins Middle East. Ausdrücklicher Wunsch der Bauherren war es, eine Architekturikone zu schaffen, die ein Identifikationsmerkmal für Dubai wird. Der Entwurf hat die Form des Segels einer modernen Yacht und soll die Vergangenheit als Seehandelszentrum sowie die Zukunftsorientierung Dubais symbolisieren. Zur Realisierung des Baus gründeten die Firmen Murray & Roberts und Al Habtoor Engineering Enterprises ein Joint Venture. Mit dem Bau wurde 1994 begonnen; zunächst wurden rund 2 Jahre benötigt, um die künstliche Insel belastungsfest anzulegen, der eigentliche Bau dauerte bis 1999. Das Hotel ist bis zur Spitze mit seiner Höhe von 321,25 Metern etwas niedriger als der Eiffelturm (324 Meter) und nur 60 Meter niedriger als das Empire State Building bis zum Dach (381 Meter), allerdings 122 Meter niedriger als dieses insgesamt (443,3 Meter). Seine Stützpfähle gehen bis zu 45 Meter unter den Meeresgrund, um eine sichere Gründung zu gewährleisten. Für das eigentliche Gebäude wurden 70.000 Kubikmeter Beton, 43.000 Quadratmeter Glas, 9.000 Tonnen Stahl, 13.000 Kubikmeter Carrara-Marmor, 12.000 Kubikmeter brasilianischer Granit, 32.000 Kubikmeter italienisches Mosaik und 8.000 Quadratmeter Blattgold verwendet. Ursprünglich war geplant, das Hotel direkt an der Küste und nicht auf einer künstlichen Insel davor zu bauen, dieser Plan wurde aber verworfen, weil das Gebäude einen zu großen Schatten auf den Strand geworfen hätte. Die Insel selbst wird an ihren 1:1,33 geneigten Böschungen durch ein Hohldeckwerk gegen brechende Meereswellen mit Höhen bis zu 8,8 m geschützt. In diesem Fall besteht die durchströmbare Hohlstruktur aus regelmäßig verlegten Beton-Hohlwürfeln mit einer Kantenlänge von 1,3 Meter und Einzelmassen von etwa 2 Tonnen. Das Design des Turmes in Form eines Segels wird durch den im 28. Stock zur Landseite angebrachten Hubschrauberlandeplatz (210 Meter) und das in 200 Meter Höhe zur Seeseite abstehende Restaurant ergänzt. Eine gewölbte weiße Membranfläche aus Glasfasergewebe schließt den Luftraum des V-förmigen Grundrisses zur Landseite ab. Diese 14.000 Quadratmeter große, 200 Meter hohe und 50 Meter breite Fläche war eine besondere Herausforderung für die Konstrukteure. Die innere und äußere Membrane dienen zur thermischen Isolation, außerdem wird sie nachts als Projektionsfläche für Lichtspiele genutzt.[1] Damit die Gäste dieses architektonisch einzigartigen Hotels nicht durch winderregte Schwingungen gestört werden, wurde die Stahlstruktur mit Schwingungstilgern ausgerüstet. Hierbei handelt es sich um pendelnd aufgehängte, elektronisch überwachte Schwingmassen, die in die Gebäudestruktur integriert wurden und selbst kleinste Schwingungen des Gebäudes dämpfen. Hierdurch werden tieffrequente Schwingungen, die beim Menschen zu Unwohlsein führen können, beseitigt. Der Bauherr Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum, seit 2006 Emir von Dubai und Verteidigungsminister der Vereinigten Arabischen Emirate, soll von Experten geschätzte 1,5 Milliarden US-Dollar für dieses Projekt ausgegeben haben. Genaue Angaben wurden offiziell nie veröffentlicht. Die Eröffnung wurde am 1. Dezember 1999 gefeiert.
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