Tote Hose an Toteislöchern der Osterseen – Schwieriges North Sails Meeting in Iffeldorf – 1993
Anfang des neuen Jahres laden wir unsere europäischen North Sails Manager aus den verschiedenen Lizenzbetrieben in Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich und England zu einem Treffen ins Bayerische Oberland ein. Wir meeten im Landgasthof Osterseen in Iffeldorf und verursachen in den drei Tagen eine gemeinsame Strategie zu verabschieden, was sich als schwierig erweist. Die Kollegen sind sich untereinander nicht sehr wohlgesonnen, da nicht nur geschäftlicher sondern häufig auch sportlicher Konkurrenzkampf vorherrscht. Ich hatte mir dieses Nischenbusiness einfacher vorgestellt. Ursprünglich saßen Michi Plank und ich nur zu zweit in einem Boot und leiteten den Segel- und Windsurf-Marktführer North Sails aus dem Münchner Süden. 1990 traten die beiden engagierten Unternehmer das Erbe des Segel-Pioniers Eckart Wagner an. North Sails hängte Neil Pryde deutlich ab und ist souveräner Marktführer. Die Visionen der Bosse – Michael Kamm und Michael Plank – versprechen innovative Produkte und perfekte Kundennähe. Später wollten wir durch Zukauf wachsen und erwarben auch die Segelmacherei für Boote am Starnbergersee. Wie in der SZ Serien Dynastien, Aussenseiter, Newcomer berichtet wurde, schwammen wir zusammen mit Albert Schweizer durch die Produktion von Segeln für Boote und Windsurfer ganz obenauf. Die Produkte der Firma North Sails stehen weltweit hoch im Kurs. Das alles in der lieblichen Gegend südlich des Starnbergersees, wo Eis, das nicht mehr mit dem sozusagen lebenden Gletscher in Verbindung stand in Blöcke zerfiel, zwischen denen sich die Schmelzwasserflüsse ihren Weg suchten und ihre Schuttfracht ablagerten. Nachdem dieses Toteis abgeschmolzen war, blieben charakteristische Geländeformen. So entstanden dabei kesselartige Toteislöcher, die heute oft - wie die Osterseen - mit Wasser gefüllt sind. Zwischen und auf die Eisreste geschüttete Schmelzwasserschotter blieben als kuppige oder kegelförmige Hügel zurück. Auf einem dieser Hügel thront die hübsche Kapelle Maria im Heuwinkl. Eine aus der ersten Iffeldorfer Pfarrkirche St. Vitus zunächst ausgemusterte und vergessene und dann ab dem Jahre 1672 in einer hohlen Eiche auf dem "Hey Bichl" aufgestellt spätgotische Madonna wurde das Ziel einer Marienwallfahrt. Ab 1690 stand eine kleine Kapelle, die aber bald zu klein für die Wallfahrt wurde. Auf Veranlassung des Kloster Wessobrunn wurde dann ab 1698 die Barockkapelle als Rundbau mit Kuppeln und zwei Zwiebeltürmchen errichtet und 1701 eingeweiht. Im 18. Jahrhundert erfolgte die Rokokoausstattung. Besonders sehenswert im Inneren ist, neben der Marienstatue, der Hochaltar aus dem späten Rokoko, der Seitenaltar und die Kuppel mit den Stukkaturen des Wessobrunner Klosterbaumeisters Johann Schmuzer.
- Albert Schweizer, Michael Plank, North Sails Team, Michael Kamm
Wassererfüllte Senken, Moore, markante Hügel und Schotterflächen kennzeichnen das Gebiet der Osterseen südlich des Starnberger Sees als eine typische Eiszerfallslandschaft. Sie entstand beim Abschmelzen der Gletscher der letzten Kaltzeit. Die Reliefformen konnten bis heute nahezu unverändert überdauern, da in das Gebiet später kaum noch Sedimente eingetragen wurden.
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