Villenpracht und Grand Hotel am Bodensee – Erinnerungen an Bad Schachen – 2011
Ein Besuch in Lindau Bad Schachen ist für mich auch immer eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit. Im Juli war der Anlass allerdings zunächst mein Besuch der Outdoor Messe in Friedrichshafen, weshalb ich zur Übernachtung - gemeinsam mit Annette - das Hotel Bad Schachen ausgewählt habe, welches der Familie meiner ersten Ehefrau Nicola Schielin gehört. Somit haben wir im Rahmen unseres Aufenthalts vor Ort nicht nur meine ehemalige Schwiegermutter Marion, sondern auch meine Ex-Schwägerin Isolde mit Ihren beiden Töchtern - den aktuellen Eigentümerinnen des Hotels - besucht. Neben einem DejaVu meiner persönlichen Vergangenheit bietet Bad Schachen auch immer einen Rückblick in eine glanzvolle Epoche zum Beginn des Bodensee Tourismus. Ermöglicht wurde der Fremdenverkehr im großen Maßstab durch die infrastrukturelle Einbindung Lindaus durch die Eisenbahn. Nach und nach entstand in Bad Schachen eine kleine Kolonie hocharistokratischer Villensitze, die alle von Civilarchitekten des staatlichen Eisenbahnbaus errichtet wurden.
- Marion und Isolde Schielin sowie Annette und Michael Kamm
Vom Wasser aus gut zu sehen ist die symmetrische Architektur des Strandbads Hotel Bad Schachen. Ruhig und etwas abseits vom Hotel- und Dampferbetrieb gelegen, bietet das Strandbad eine herrliche Aussicht auf die Stadt Lindau, die Berge und den See.
Die Seeseite von Bad Schachen, unübersehbar und fast ein Wahrzeichen in dieser Ecke des Bodensees; das Hotel Bad Schachen, das sein bis heute prägendes Aussehen erst 1909 durch die Architekten Billing & Vittali erhalten hat.
Von der eigenen Schiffsanlegestelle in Bad Schachen kann man sehr komfortabel mit einer Flotte von Bodenseedampfern viel Ziele am See erreichen. Das gegenüberliegende Schweizer Ufer zum Beispiel, Bregenz in Österreich, die Bregenzer Festspielbühne, Konstanz, Friedrichshafen, ....
Das bayerische Bodenseeufer bei Lindau besitzt einen ungewöhnlichen Reichtum an Villen und Landhäusern inmitten von Garten- und Parkanlagen, die durch die vielfältigsten Spielarten des Historismus ab Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt sind. Gemeinsam ist ihnen die spektakuläre Lage, die großartigen Ausblicke auf den Bodensee, die Alpen und die Inselstadt Lindau eröffnet. Aus gutem Grund wird dieser sechs Kilometer lange Uferabschnitt "Bayerische Riviera" genannt. Das bedeutende architektonische und gartenkünstlerische Erbe erfuhr in den vergangenen Jahren wachsende Aufmerksamkeit.
Im Sommer herrscht hier immer Betrieb. Bad Schachen hat eine eigene Anlegestelle für die Schiffe der Bodensee Flotte.
Das Hotel und das Schwimmbad im Wandel der Zeit.Das Strandbad, 1924 von Max Littmann entworfen, ersetzte ein hölzernes Badehaus, das sich direkt vor dem Hotel im See befunden hatte. Das heutige Schwimmbad erhielt erst 1964/65 als erstes beheizbares Freibad am Bodensee einen 25 Meter langen Pool. Der Strand wurde in den 90er Jahren durch eine begrünte Liegewiese ersetzt.
Man glaubt sich schon fast in Italien. Der von prächtigen Bäumen gerahmte Blick geht über türkisblaues Wasser über die Inselstadt Lindau bis ans österreichische Ufer.
Wenn man vom Lindauer Bodenseeufer als Bayerische Riviera spricht, so ist dies in erster Linie dem Hotel Bad Schachen zu verdanken. Seine heutige Gestalt erhielt es im Wesentlichen noch vor dem ersten Weltkrieg. Seine Geschichte reicht jedoch bis ins Jahr 1474 zurück, als eine hier vorhandene Schwefel-Eisen-Quelle zu einem kleinen Heilbad ausgebaut wurde. Ein langer Weg bis in die Gegenwart. Die Geschichte nimmt ihren Anfang im Jahr 1951: Die Lindauer Ärzte Franz Karl Hein und Gustav Wilhelm Parade verfolgten die Idee der Inszenierung einer jährlich stattfindenden Tagung, bei der Nobelpreisträger und Nachwuchswissenschaftler zusammenkommen sollten. Die Verantwortung für die Umsetzung der Veranstaltungsintention obliegt seither den Händen der „Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertagungen“, die im Jahr 2019 bereits zum 69. Mal am Bodensee konferieren wird; ein beachtliches Format, die Veranstaltung des Jahres 2018 zählte 43 teilnehmende Nobelpreisträger. Teil der aufwändigen Organisation ist das unmittelbar neben Lindau liegende Hotel Bad Schachen. Das nimmt nicht wunder, bietet das Haus doch neben seiner einzigartig schönen Lage und der Repräsentativität hochwertige Rahmenbedingungen für solcherart Veranstaltungen. Das mag auch am speziellen Spirit des Privathauses liegen, das sich seit 1752 ungebrochen im Besitz der Familie Schielin befindet – Tradition, Geschichte, Lebensart und gelebte Hotelkultur sind allenthalben spürbar. Das überträgt sich wie selbstverständlich auf jede Art von Veranstaltung. Für deren Umsetzung stehen 5 Räume zur Verfügung. Und auch wenn das Interieur eher die Erinnerung an Tagungssalons weckt, ist an deren hochwertiger technischer Ausstattung nicht gespart worden. So gilt beispielsweise der Salon Belle Epoque als einzigartiger Rahmen für stilvolle Empfänge und Get-together. Und natürlich finden auch Tagungsgruppen, für deren Teilnehmer eine hochwertige Entsprechung der Arbeitsbedingungen im unmittelbaren Umfeld wichtig ist, exzellente Bedingungen. Sollte es etwa das Wetter erlauben, können Technik und Mobiliar unmittelbar am Seeufer platziert werden – im Schatten der mächtigen Platane sitzend, können Gedanken weit über den See schweifen. Die Hotelküche verdient Beachtung. Sie verarbeitet frische Produkte der Region zu Bodenständigem, auch zu Internationalem. Einer besonderen Erwähnung bedarf einer der drei Restaurantbereiche, die Fischerstube – ein rustikales Schmuckstück, auch für Gruppen geeignet, die am Abend gern „unter sich“ sein wollen. Und am Ende des Tages weiß der Logisbereich zu begeistern: mit schön eingerichteten wohnlichen Zimmern und dem unverstellten Seeblick.
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