Über Land durch die Karpaten – von Bukarest nach Brasov – 2010
Bukarest. In einer komplett irrwitzigen architektonischen Mischung hat die kommunistische Vergangenheit ebenso ihren Stempel hinterlassen wie der jahrzehntelange Einfluss aus Italien und Frankreich. Die Stadt ist weit weg von perfekt, die meisten Häuser könnten einen neuen Anstrich vertragen, aber gerade das macht ihren Charme aus. Wie eine alte Lady, die viel erlebt und auch überlebt, dabei aber nichts von ihrer Lebenslust verloren hat. Während der etwa dreistündigen Fahrt von Bukarest nach Brasov kann man gleichzeitig einen kleinen Einblick ins rumänische Landleben bekommen. Pferdekutschen, kleine, schlichte Häuser und spielende Kinder auf den Straßen. In manchen Dörfern fühlt es sich an, als wäre man von einer Zeitmaschine 100 Jahre in die Vergangenheit geschickt worden. Die Landschaft ist ursprünglich und voll wilder Schönheit. Es wird moderner, rechts und links tauchen nun mehr und mehr die Namen internationaler Firmen auf. Schon von weitem sieht man dann den Hausberg von Brasov, der mit seinem Schriftzug wie in Hollywood den Reisenden begrüßt.
- Ioan Tataru und Michael Kamm
Die Dimensionen sind einfach unglaublich. Der Parlamentspalast in der rumänischen Hauptstadt Bukarest, früher als „Haus des Volkes“ bekannt, ist eines der flächenmäßig größten Gebäude der Welt. Der zentral gelegene Palast befindet sich am westlichen Ende des etwa drei Kilometer langen Bulevardul Unirii. Er ist Sitz der Rumänischen Abgeordnetenkammer.
Eine typisch gesichtslose Einfall- bzw. Ausfallstrasse in Brasov. Im Hintergrund erhebt sich das gewaltige Massiv der Karpaten.
Die Wegstrecke über die Landstrasse nach Brasov führt uns durch die wilde und atemberaubend schöne Landschaft der Karpaten.
Vorbei an Beispielen ungewöhnlicher Sakralarchitektur am Wegesrand, hier die Kirche Sfinții Împarați Constantin și Elena in Predeal.
Angekommen in Brasov nach 170 Kilometern und ca. 3 Stunden Fahrtzeit durch landschaftlich schöne und interessante, aber auch ärmliche Gegenden Rumäniens. In Brasov werde ich immer besonders gastfreundlich von Ioan Tataru - unserem rumänischen Ploucquet Geschäftsführer - empfangen und betreut.
In Zentraleuropa sind nur wenige der ursprünglichen und ehemals riesigen Waldgebiete - meist in schwer zugänglichen Bergregionen - der Abholzung entgangen. Ein Beispiel sind die Karpaten. Bis zu 45 Meter hohe und 400 Jahre alte Bäume stehen in dem größten zusammenhängenden Buchenurwald Europas. Seine abgeschiedene Lage an unzugänglichen Berghängen entlang der rumänischen Karpaten hat diese eindrucksvollen Wälder – in denen bis heute noch Wölfe und Bären zu Hause sind - überleben lassen. Wer weiss wie lange noch .... denn an leichter zugänglichen Stellen werden auch alte Bäume gerodet und als Bau- und Brennholz verkauft.
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