Um Ihre Website-Nutzung zu optimieren, verwenden wir Cookies. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie diese Website weiter nutzen. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung für weitere Informationen.

OK

Wanderstiefel statt Segelschuhe – Bergtour auf den Herzogstand – 1991

Am Fr., 11. Oktober 1991

Der Oktober ist immer ein perfekter Wandermonat. An einem Freitag trommelte ich den Großteil unseres North Sails Teams zusammen und wir packten mal zur Abwechslung die Rucksäcke, um gemeinsam auf den Herzogstand zu kraxln. Der Hausberg der Münchner Amateur-Alpinisten liegt - keine halbe Stunde von unserem Büro in Penzberg entfernt - in den Bayerischen Voralpen und ist mit 1731 Meter Höhe für jedermann entspannt zu erklimmen. Und das sogar ganz klassisch mit Jeans und Sweatshirt - so ganz weit weg vom heutigen Funktionstextil-Wahn. Der Herzogstand gehört zum Gebiet der Gemeinde Kochel am See und mit seinem ebenbürtigen Nachbarn "Heimgarten" bildet er einen Höhenzug, der dem Estergebirge vorgelagert ist. Die Bayernherzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. gaben ihm seinen Namen. Auf dem Aussichtspavillon am Gipfel angekommen, bietet der Herzogstand eine wunderbare Aussicht auf unser berufliches Metier und damit auf zwei schöne Seen. Im Westen den Kochel- und im Osten den kristallklaren, türkisgrünen Walchensees. Gut, daß wir einen Freitag gewählt hatten, den am Wochenende war und ist diese Tour - bis heute - völlig überlaufen von ambitionierten High-Speed Läufern bis hin zu Familien mit Offroad-Kinderwägen und co. Von oben konnten wir noch einige Surfer auf dem Walchensee beobachten wie sie ihre Schläge zogen, zu der Zeit natürlich schon in dicken Neopren-Anzügen. Der Walchensee ist mit ca. 190 m einer der tiefsten, kältesten und grössten Alpenseen Deutschlands und ist Wasserspeicher für das am Kochelsee 200 m tiefer gelegene Walchenseekraftwerk. Sommer wie Winter ist er ein Tummelplatz für Outdoor-Freaks jeglicher Couleur, nicht nur für Surf- oder Kite-Begeisterte. Es kann auch mal passieren, daß an einem tief verschneiten Wintertag ein Taucher in Jacques Cousteau Look in die Tiefe abtaucht. Jedem Tierchen sein Plaisirchen ... auch ich selbst absolvierte einst bei geschlossener Eisdecke des Walchensees mitten im Winter bei der in Kochel ansässigen Tauchschule von Franco Paravano meine praktische Abschlußprüfung zum Open Water Padi Diver an selber Stelle .... das war damals knackig

Mit dabei
  • Norbert Wagner, Mucki Binder, Rudi Müller, Andre und Florian Wahl, Richard Kuchler, Michael und Petra Plank, Sieglinde Kazmarek, Michael Kamm

Was gibts Besseres als eine zünftige Brotzeit nach dem Aufstieg...

und natürlich einem kühlen Weissbier...

Auch die Mädels haben es genossen - trotz diesigem Wetter

Kochel und seine Künstler. Anfang des 20. Jahrhunderts inspirierte die grandiose Landschaft des Zweiseenlandes (Kochelsee und Walchensee) zahlreiche bedeutende Künstler. Es entstanden Begriffe wie „Malerwinkel“ oder „Blaues Land“, die sich in vielen bekannten Werken widerspiegeln. Der Walchensee zog Lovis Corinth in seinen Bann und fand in etwa 60 seiner Bilder, die weltweit verstreut sind, Beachtung. In der Gegend um den Kochelsee fand Franz Marc zusammen mit einigen bekannten Kollegen der Künstlergruppe „Blaue Reiter“ wie Wassily Kandinsky oder Gabriele Münter zahlreiche Motive für viele weltbekannte Werke. Ihm zu Ehren befindet sich das Franz Marc Museum, dessen Bedeutung weit über Bayern hinaus reicht, heute in Kochel am See.

Fehler entdeckt, Änderungen & Ergänzungen gewünscht sowie eigene Photos zur Vervollständigung verfügbar? Bitte gerne per Mail an Michael@Kamm.info.