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Seemannschaft mit Kontaktanbahnung – Wassersport beim DHH in Prien am Chiemsee – 1974
Von Sa., 27. Juli 1974 bis Fr., 9. August 1974
Im Sommer 1974 startete ich – nach meinem bisherigen Fokus auf den Reitsport – eine langjährige Segel Karriere, die erheblich besser in unser Familien Leben passte als mein Glück auf dem Rücken von Pferden. Zur ersten Grundausbildung buchten unsere Eltern meinen Bruder Thomas und mich in der Chiemsee Yacht Schule des Deutschen Hochseesportverbands Hansa e.V. (DHH) in Prien am Chiemsee ein. Wir wohnten als 15 jährige auf dem Gelände des DHH an der Harrasser Straße und waren hier in 6er Zimmer untergebracht. Das war für uns Internatsschüler ja überhaupt kein Problem, für einige unserer zum Teil verwöhnten Mitschüler allerdings schon ein Thema. Der DHH war eine sehr streng organisierte Lehranstalt, an der Pünktlichkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit neben den ganzen segeltechnischen Themen intensiv vermittelt worden ist. Allerdings hatten wir auch viel Spaß mit vielen Gleichaltrigen, die aus ganz Deutschland nach Prien gekommen waren, um die Grundsätze guter Seemannschaft zu lernen. Es waren auch jede Menge attraktiver junger Damen vor Ort und wir waren in einem Alter, in dem die intensivere Annäherung an das andere Geschlecht von größtem Interesse gewesen ist. Auch ich habe damals mit Susanne Hillig aus Moers - verheiratete Christians - eine Freundin kennen gelernt, in die ich ein Jahr lang auf Distanz verliebt war, bevor wir uns im Sommer des kommenden Jahres zu einem weiteren Segelkurs in Torquay an der englischen Kanalküste wieder trafen.
Ende Juli habe ich bei einem Ausbildungsurlaub in der Segelschule des Deutschen Hochseesportverbandes Hansa (DHH) in Prien am Chiemsee als gerade 15 Jahre alter Teenager die damals 14 jährige Susanne Hillig aus Moers kennen gelernt und fand sie ganz toll. Sportlich, lustig und gut aussehend war Sie Mittelpunkt unserer jugendlichen Truppe am Chiemsee und so baggerte ich Sie im Rahmen meiner damals bescheidenen Möglichkeiten an. Es hat geklappt und so folgten nicht nur verliebte gemeinsame Wochen auf Segelbooten und in der Disco Delphin sondern in der Folge auch ein Jahr lang - wahrscheinlich vorwiegend einseitig - zahlreiche Liebesbriefe von Neubeuern an den Niederrhein. Einer Beziehung auf Distanz - ohne weiteres Treffen zwischendurch - folgte unser Wiedersehen im kommenden Sommer in Torquay in England, wo Susanne allerdings meinen Zwillingsbruder Thomas plötzlich besser fand. So what ... wir waren damals ja alle pubertierende Teenager. Viele Jahre später als wir uns gemeinsam mit Susannes Mann Volker und Annette bei einem Urlaub in der Sonnenalp wieder trafen, konnten wir uns über unsere gemeinsame Historie als Kids bestens amüsieren. Susanne und Volker Christians leben seit vielen Jahren mit zwei erwachsenen Kindern in Berlin ... Volker leider gesundheitlich stark angegriffen mittlerweile vorwiegend auf Mallorca. Susanne ist nach wie vor eine sehr attraktive Erscheinung und noch immer tolle Sportlerin, besonders auch im Golf.
Das Jahr 1974 ist unser drittes Jahr im Internat in Neubeuern und Thomas und ich bestehen auch die schwierige neunte Klasse. Die Skiurlaube verbringen wir gemeinsam mit unseren Eltern in Wengen in der Schweiz und den Sommer in der Segelschule des DHH in Prien am Chiemsee. Im Alter von 15 werden dort auch die Besuche der lokalen Discotheken populär und wir fühlen uns mehr und mehr zum weiblichen Geschlecht hingezogen. So lerne ich beim Segelkurs auch Susanne Hillers - später verheiratete Christians - kennen und befreunde mich mit Ihr. Was sonst noch so geschah: Die OPEC hob zwar das 1973 verhängte Ölembargo gegen die westlichen Länder auf, doch ist das Jahr 1974 noch stark durch die Nachwirkungen der Ölkrise beeinflusst. Das Weltwirtschaftswachstum sinkt 1974 gegenüber dem Vorjahr um über 5 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent gleichzeitig steigt die Inflationsrate stark an und die Arbeitslosenquote erhöht sich in den Industrienationen. Auch in Deutschland gibt es eine Konjunkturkrise begleitet von einer Stagflation. Mit der Ölkrise und dem damit verbundenen Wirtschaftsabschwung schwinden beim deutschen Bundeskanzler Willy Brandt die Zuversicht und der Glaube an die Steuerbarkeit des Wirtschaftsgeschehens. Der gesundheitlich angeschlagene und unter Depressionen leidende Willy Brandt zeigte politische Ermüdungserscheinungen. Der Visionär Brandt blieb ohne politische oder gar reformpolitische Zielvorgaben und zeigte im Kabinett plötzlich Führungsschwäche. Bereits Ende September 1973 kritisierte der SPD Fraktionsvorsitzende Herbert Wehner öffentlich die Führungsschwäche Willy Brandts ("Der Herr badet gerne lau"). Das Arbeitsklima in der Führungsspitze der sozial-liberalen Koalition verschlechtert sich zusehends. Auch der SPD Stimmenverlust von über 10 Prozent und der damit verbundenen Verlust der absoluten Mehrheit bei der Hamburger Bürgerschaftswahl wird als Quittung für die Bundespolitik unter Kanzler Brandt angesehen. Die bis zum 7. Juli dauernde Fußballweltmeisterschaft in der Bundesrepublik Deutschland wird eröffnet.